Battlefield 1 im Test: Auf dem Schlachtfeld daheim

Electronic Arts und Dice führen uns mit ihrem neuen Shooter ins Setting des Ersten Weltkriegs und betreten damit Neuland.
Ohne futuristische Hochpräzisions-Waffen ausgestattet geht es also in die epischen Schlachten auf PlayStation 4, Xbox One und PC. Gleich vorweg: Selten hat uns ein Intro oder Tutorial gleich so gepackt, wie das von Battlefield 1. Man taucht sofort in eine brutale Kriegsfront ein und bekommt die gesamten Schattenseiten mit. Jedes Mal, wenn man stirbt, erzählt es ein Stück weit die Geschichte hinter dem gefallenen Soldaten.

Damit will das Spiel auch darauf hinweisen, wie schlimm der große Krieg vor über hundert Jahren eigentlich war. Man ist also sofort in dem Setting und bereit, am Schlachtfeld zu sterben. Von kargen Wüsten über malerische Alpenlandschaften bis in die dunklen französischen Wälder kämpft man an vielfältigen Schauplätzen des Ersten Weltkriegs. Der Fokus des Spiels zielt einmal mehr auf die vielfältige Online-Action ab.

Zeitintensive Onlineschlachten

Kern des Spiels ist die sogenannten Operationen, wo sich bis zu 64 Spieler in groß angelegten Gefechten duellieren können. Vier von diesen riesigen Maps stehen zur Auswahl. Wer die Operationen wirklich vernünftig angehen will, der sollte sich pro Session mindestens 50 bis 60 Minuten einplanen. Dafür macht die Sache umso mehr Spaß!

Hier handelt es sich dabei nämlich nicht um einen stupiden "Capture the Flag"-Modus, sondern um mehrstufige Schlachten auf verschiedenen Map-Teilen. Als Team muss man gewisse Teil-Ziele erfüllen, um entweder vorzurücken oder auch in die Enge getrieben zu werden. Hier wurde die Kriegsführung des Ersten Weltkriegs sehr detailliert nachempfunden.

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Frischer Wind durch die Boss-Engine

Die etwas andere Geschichtsstunde rundet EA mit einer ausgleichenden Boss-Engine ab. Wenn ein Team deutlich im Hintertreffen ist, dann bekommt es Unterstützung durch ein mega-bewaffnetes Luftschiff, in dem sechs Spieler Platz finden, um in alle Richtungen zu ballern. Auch gepanzerte Züge und fette Kriegsschiffe eilen auf der jeweiligen Map zu Hilfe.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ob man nun mit seiner Einheit als Infanterist, mit dem Panzer oder dem Flugzeug unterwegs ist, der Fantasie ist keine Grenze gesetzt, um Checkpoints zu erobern. Hierbei herrscht auch ein relativ gutes Gleichgewicht aus 'Oh mein Gott, rundherum explodiert gerade alles' und 'Wo zum Teufel sind denn alle?'. Ein Highlight in unserem Test: Wir wurden einfach mal so von einem Typen mit einer Schaufel erschlagen.

Der Squad-Leader hat das Sagen

Es empfiehlt sich in den großen Modi auf seine Squad-Leader zu hören, die gewisse Befehle aussprechen können. Wenn man eine gute Squad beisammen hat, ist taktisch so einiges möglich. Natürlich trifft man auch immer wieder auf Chaoten, die einfach so durch die Gegend laufen. Weil diverse Fahrzeuge bis zu sechs Spieler aufnehmen können – einer fährt, die anderen ballern, was das Zeug hält – kann man mit einem Panzer als kleine Squad via Headset so ziemlich die halbe Map aufmischen, wenn man alles im Blick hat.

Die Fahrzeug-Engine ist sehr fein umgesetzt. Es macht unheimlich viel Spaß mit seinen Kumpels in einem Panzerwagen durch die Gegend zu düsen und alles abzuballern. Aber Vorsicht, auch die Panzer sind nicht unverwundbar. Auch cool ist die Pferde-Action, mit dem Säbel und einigen geschickten Handgriffen ist man so durchaus auch ohne Munition eine Gefahr für die Gegner.

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Soldaten in vier Klassen

Wem die epische Großschlacht ein wenig zu aufwendig ist, der findet sicherlich auch in den kleineren Modi das Richtige. Besonders cool ist der Kampftauben-Modus. Ziel ist es hierbei den intelligenten Vögeln wichtige Nachrichten auf den Weg mitzugeben, im Gegenzug sollte man die Viecher vom Himmel ballern, damit man als Sieger vom Schlachtfeld geht.

Die Soldaten sind in vier verschiedene Klassen eingeteilt. Man kann als Fußsoldat, Scout mit Snipergewehr, Unterstützungseinheit oder Sanitäter spielen. Jede Klasse hat ihre eigenen Spezialitäten, so wird zum Beispiel einem Sani angezeigt, wo ein verwundeter Kollege Hilfe benötigt. Mit steigendem Level kann man sich natürlich auch bessere Waffen und ein paar Spezialitäten besorgen, die einem am Schlachtfeld einen Vorteil verschaffen.

Der Dauertest des Multiplayer

Tage- und wochenlang haben wir uns über die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs gekämpft. Ratternde Panzer, gigantische Luftschiffe und Scharfschützen, die uns im Minutentakt ins Visier nehmen - das Fazit aus unserem Dauertest des Multiplayer-Modus von Battlefield 1. Während die eher unzusammenhängende Einzelspielerkampagne ein umfangreiches Tutorial mit seichter Geschichtserzählung ist, ist der Multiplayer das Herzstück des Games.

Aber hinein ins Online-Erlebnis. Sofort fällt auf, dass sich die Steuerung seltsamerweise hier etwas unterscheidet. Etwa verlieren Flugzeuge den Stabilisator, über den sie im Singleplayer noch verfügen. Störend ist das beim Gameplay nicht, irritiert aber anfangs. Zum anderen, und dieses Mal vollends positiv, unterscheidet Battlefield 1 von anderen Shootern die Entschleunigung. Das Geschehen wirkt realer, aber auch schockierender, Schlachten bleiben im Gedächtnis.

Für die Spielmodi braucht man Zeit

Egal welchen Online-Spielmodus man wählt, eines muss man jedenfalls mitbringen; Zeit. Schlachten können gut eine Stunde dauern, ohne dass sie langweilig werden oder sich unnötig ziehen. Gespielt wird auf Karten mit bis zu 64 Spielern, was epische Schlachten ermöglicht. Zur Verfügung steht der ursprüngliche Eroberungsmodus, bei dem man Flaggenpunkte auf der Karte erobern und halten muss. Zu den Punkten werden auch Abschüsse gezählt, welches Team am Ende die meisten Punkte hat, entscheidet sie Schlacht für sich. Jedem Shooter-Fan bekannt dürfte Team Deathmatch sein, der Modus, bei dem zwei Teams gegeneinander einfach bis zu Tod kämpfen.



Quelle: YouTube

Zwölf gegen zwölf heißt es bei Vorherrschaft, in dem die Teams Kontrolle über verschiedene Einsatzziele auf der Mappe übernehmen müssen. Perfekt für Einsteiger ist der Rush-Modus, bei dem Spieler bei 12-gegen-12-Matches die Grundlagen des Teamplays lernen. Ein Team muss versuchen, Telegrafenmasten zu zerstören, ein anderes verteidigt diese so gut es geht. Hier werden Shooter-Profis gemacht. Ein nettes Gimmick ist der Kriegstauben-Modus, bei dem man eine Brieftaube finden, fangen und lange genug festhalten muss. Während man einen Brief kritzelt, sollte man dabei möglichst in Deckung vor Gegnern sein, um die Botschaft fertigschreiben zu können. Kann die Taube losgeschickt werden, gibt es einen Punkt.

Das Highlight ist der Operations-Modus

Der ebenfalls neue Operations-Modus ist aber das ganz große Highlight von Battlefield 1 und dabei gleichzeitig der größte Modus. Hier fühlt man sich tatsächlich so, als ob sich zwei Armeen gegenüberstehen und bis aufs Blut die Schlacht der Schlachten kämpfen. Zu Fuß, auf dem Pferd, im Panzern und Zügen, zu Erde Luft und Wasser kämpft man sich Stück für Stück nicht nur über eine, sondern über bis zu drei Karten. Der Spielstil ist dabei ein Mix aus Rush und Eroberung. Die Frontlinie muss Stück für Stück Richtung der gegnerischen Areale verschoben werden.

In einem umkämpften Sektor müssen alle Einsatzziele simultan gehalten werden, um in den nächsten Sektor vorrücken zu können. Über je mehr Sektoren sich die Schlacht ausbreitet, umso taktischer muss man vorgehen. Wer mit seinem Squad nur nach vorne stürmt, dem werden eingenommene Sektoren bald wieder abgenommen werden. Beide Teams müssen also an Angriff und Verteidigung gleichzeitig denken und nur Teamplay hat Erfolg. Zieht sich ein Team aus einem vom Gegnerteam eroberten Sektor zurück, werden die verbleibenden Feinde markiert. Hat man diese ausgeschaltet, rückt man in den nächsten Sektor vor. Zur Verstärkung lassen sich gewaltige Luftschiffe, Waffenzüge oder Kriegsschiffe rufen - im letzten Sektor der letzten Mappe kommt es dann zum gewaltigen Showdown. Operations zeigt wohl in Videospielform das Prinzip, was eine Schlacht im Ersten Weltkrieg bedeutet hatte.

Soldatenklassen sind gut ausbalanciert

In Battlefield 1 kämpft man mit einer von vier Klassen, die sich sehr gut ausbalanciert zeigen: Assault, Medic, Sniper und Support. Anfangs zeigten sich bei unserem Kampf leichte Schwierigkeiten beim Scharfschützen, hat man die Spielweise aber erst einmal heraus, klappt es problemlos. Umfangreich zeigt sich die Auswahl der Fahr- und Flugzeuge, die jeweils mit verschiedenen Ausrüstungen daherkommen - etwa mit Flammenwerfer oder Granatwerfer. Brutal zeigen sich die Giftgasgranaten, die ganze Gruppen von Gegnern ausschalten können.

Ob es noch an der frühen Phase des Spiels liegt oder nicht, Battlefield 1 präsentiert sich beim Teamplay besser als Vorgängertitel. Auch als Neuankömmling wird man von Medics schnell bei Verwundungen versorgt - bei anderen Titeln lag man oft als Außenstehender ewig am Schlachtfeld herum. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass Teamplay noch nie so viel Bedeutung wie im aktuellen Spiel hatte. Zuletzt ein Lob für das Umgebungsbalancing: Wetter wie Sonnenschein oder Regenschauer wurden nicht nur grafisch toll inszeniert, sondern beeinflussen auch das Gameplay. Ist die Sicht bei Sandstürmen plötzlich bei Null, muss man seine Strategie komplett neu überdenken - eine willkommene Abwechslung.

Fazit: Meilenstein der Multiplayer-Shooter

Unser Eindruck, dass Battlefield 1 ein Meilenstein der Shooter-Geschichte ist, hat sich nach dem Erstttest auch im Langzeittest nicht verändert. Zwar bringt Battlefield 1 neben der tollen Grafik und den neuen Spielmodi und Ausrüstungsgegenständen wenig Neuerungen. Doch in keinem Multiplayer-Shooter bisher war die Kriegsstimmung am Spielfeld so realistisch und begreifbar, wie es hier der Fall ist.

Bisher hat sich Battlefield auch noch keinen Schnitzer geleistet, der eine Einheit übermäßig stark oder schwach ausfallen lassen würde. Die Auswahl an Karten uns Spielmodi sorgen dafür, dass man über Wochen Abwechslung geboten bekommt und die Hilfsbereitschaft der Mitspieler sorgt dafür, dass sich auch Battlefield-Neulinge schnell einfinden werden. Wer gerne Online mit menschlichen Spielern in die Schlacht zieht, für den ist Battlefield 1 ein Pflichttitel geworden. (pip/rfi)

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