Die anhaltende Trockenheit bringt Landwirte in Niederösterreich in Bedrängnis. Besonders dramatisch ist die Lage auf dem Hof des Wieselburger Milchbauern Josef Handl im Mostviertel. Seine Felder seien komplett ausgetrocknet, berichtet die "Kronen Zeitung".
Beim Mais meldet Handl einen Totalausfall, beim Getreide liege der Verlust bei 90 Prozent. "Das war noch nie so schlimm", sagt der Bauer.
Handl hält rund 150 Kühe, etwa 70 davon werden regelmäßig gemolken. Zwar sind noch Grasreserven aus dem Frühjahr vorhanden, ein großer Teil des benötigten Futters sollte jedoch erst mit dem Mais im Spätsommer eingebracht werden.
Wegen des fehlenden Wassers entwickeln sich die Maiskolben laut Handl kaum oder gar nicht. Der Grundwasserspiegel habe sich durch die Trockenheit im vergangenen Winter ebenfalls nicht ausreichend regenerieren können.
Die Folgen treffen auch den Tierbestand. Einige Tiere habe der Milchbauer bereits zum Schlachter gebracht. Er ist nicht der einzige: "Viele Kollegen mussten schon ihren Tierbestand reduzieren, weil zu wenig Futter da ist!"
Für Handl ist der Ernteausfall nicht nur ein Problem einzelner Höfe. Bei einer schwachen heimischen Weizenernte werde häufig auf Lieferungen aus der Ukraine zurückgegriffen. Doch auch andere Länder könnten von großer Trockenheit betroffen sein.
"Wir können uns aber nicht auf Importe verlassen in einer Klimakrise", warnt Handl. Der Landwirt, der als unabhängiges Kammermitglied dem UBV angehört, kritisiert zudem EU-Handelsabkommen. Heimische landwirtschaftliche Produkte würden dadurch aus seiner Sicht häufig benachteiligt.
Gemeinsam mit dem Unabhängigen Bauernverband fordert Handl von der Politik einen Katastrophenfonds für die kommenden Jahre. Die massiven Schäden durch Hitze oder Hochwasser könnten zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe an ihre wirtschaftlichen Grenzen bringen.
Handl fasst die Situation drastisch zusammen: "Wir hängen am seidenen Faden!"