Baujahr 1951 – VW Käfer nach 55 Jahren aus Wald geborgen

Zwei Brüder haben 1964 einen VW Käfer in einem Schweizer Wald stehen lassen. Durch mehrere Zufälle landete das Auto kürzlich in Ermatingen am Bodensee. Dort ist es nun Teil einer Ausstellung.
Uli Mack, der neue Besitzer des VW Käfers aus dem Jahr 1951, muss selbst zugeben: "Es ist eine dieser Geschichten, die man in einer Kneipe hört und kaum ein Wort davon glaubt."

Doch der Reihe nach. Auf den Oldtimer aufmerksam wurde der Unternehmer aus der Schweizer Gemeinde Ermatingen am Bodensee bei einem ebenfalls Oldtimer-begeisterten Bekannten, berichtet die "Südostschweiz". Mack sah das Bild des VW Käfers an dessen Wand. Sofort begeisterte er sich für das Auto im Wald.

Gegenüber dem Nachrichtenportal "20 Minuten" sagt er: "Das war ein besonders spannender Fund. Es ist nicht so, dass ich die Autos suche – die Autos finden mich." Denn es blieb nicht beim Blick auf das Bild. Ein Kollege des Bekannten gab an, er wisse, wo das Auto ungefähr sei. Er habe in einem Beisl von einem Auto-Schrotthaufen im Wald oberhalb von Schuders im Kanton Graubünden gehört.

Mission Auto und Besitzer finden

Bereits am nächsten Tag hätten sie sich auf den Weg in den Wald gemacht, sagt Mack. Der Weg zum Autowrack sei nicht einfach gewesen. Es wurde enger und enger und der Weg immer schwieriger. Doch schließlich fanden sie den Käfer – unter Blättern begraben und halb im Boden versunken. Für den Oldtimer-Liebhaber war klar: "Den will ich haben."

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VW Käfer nach 55 Jahren aus Wald geborgen
VW Käfer nach 55 Jahren aus Wald geborgen
Der VW Käfer wurde aus dem Wald nach Ermatingen gebracht. (Video: 20 Minuten, Uli Mack)

Der nächste Schritt sei gewesen, den Waldbesitzer und den Eigner des Autos ausfindig zu machen. Mack aß dann mit seinen Bekannten in einem Berggasthaus zu Mittag. Und wieder schlug der Zufall zu. Ein 91-jähriger Mann im Saal stellte sich als einer der Besitzer des Oldtimers heraus.

Er und sein Bruder hätten den VW Käfer 1951 gekauft. 13 Jahre später sei aus einer Bierlaune heraus eine Idee entstanden: Die beiden Brüder wollten schauen, wie weit hoch es der Wagen im Wald schafft. Dabei sei er stecken geblieben. Die beiden Männer ließen das Auto vor 55 Jahren stehen, weil es nicht mehr weiter fuhr. So schildert Mack die Erzählungen des 91-Jährigen.

Mission Bergung

Jetzt steht das Auto in Ermatingen in der Halle 7 der Mack Halle. Der Besitzer erzählt: "Ich musste zuerst ein Unternehmen finden, das es mit einem Lastwagen bis zum Auto schaffte." Geborgen wurde es dieses Jahr über Auffahrt. Der Chef des beauftragten Transportunternehmens sagte, er mache das selbst: Er wolle nicht, dass einer seiner Mitarbeiter dieser Gefahr ausgesetzt ist.

Die Fahrt bis zum VW Käfer sei abenteuerlich gewesen, zum Teil habe es auf der Seite vor einem Abgrund kaum noch Platz gehabt, so Mack. Durch den Wald musste der Chauffeur sein Gefährt sogar rund vier Kilometer rückwärts lenken.

Mission Restaurierung?

Der Käfer aus dem Jahr 1951 ist am neuen Ort in seinem langjährigen Umfeld: Bei dem Transport nahmen Mack und seine Kollegen Blätter aus dem Wald im Prättigau mit. Diese schmücken nun das Auto in der Halle. Ob der Oldtimer-Liebhaber das Auto restaurieren will, weiß er noch nicht. Er meint dazu: "Viele alte Autos sind heutzutage überrestauriert. Es ist doch schön, mal wieder so ein Auto wie diesen außergewöhnlichen VW Käfer zu sehen." Die Leute hätten jedenfalls Freude daran. Deswegen mache er vorläufig nichts am Auto.

Wenn Mack zurückdenkt, wie er auf den Oldtimer stieß und durch wie viele Zufälle er das Auto in seine Ausstellung bekam, sagt er: "Solche Geschichten schreibt nur das wahre Leben."



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