Flick hatte immer wieder Kritik an der Kaderzusammenstellung geübt. Vor allem die Verpflichtung von Ersatz-Torwart Alexander Nübel, der am Mittwoch den erkrankten Manuel Neuer ersetzte, hatte die Gemüter erhitzt. In deutschen Medien wurde über eine Klausel spekuliert, die dem talentierten Tormann eine fixe Anzahl an Einsätzen zusichern soll.
Den Deal hatte "Brazzo" Salihamidzic eingefädelt. Genauso wie die Last-Minute-Transfers von Marc Roca, Bouna Sarr und Douglas Costa – alle nur Bayern-Bankdrücker. Zuletzt wurde spekuliert, dass Flick in Transfer-Entscheidungen eingebunden werden möchte.
Unmittelbar vor dem Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Lazio Rom kam es beim deutschen Rekordmeister zum "Friedensgipfel". "Wir sind heute aufeinander zugegangen und haben das aus der Welt geschafft, ganz im Sinne des Vereins. Wir spielen erfolgreich Fußball und deshalb ist es für uns und den Verein die richtige Aktion gewesen", erklärte der Bayern-Coach unmittelbar nach dem 2:1-Heimsieg der Bayern.
"Gerade in der Corona-Zeit ist es auch für einen Sportvorstand nicht einfach, Spieler zu holen. Dann haben wir gesagt, dass wir in der Breite Spieler dazuholen wollen. Das haben wir auch gemacht", schlug Flick versöhnliche Töne an.
Die Aussprache war auf Wunsch der Spieler zustande gekommen. Vor allem Joshua Kimmich hatte versucht, zu vermitteln. "Man bekommt das natürlich mit. Am Ende des Tages wäre es schön, wenn bei dem Erfolg, der gerade da ist, auch Ruhe einkehrt und wir nicht intern Zündstoff nach außen bringen", so der deutsche Teamspieler.