Die Fahrverbote für den Ausweichverkehr in Tirol werden auch im Winter fortgesetzt. Das erzürnt die Deutschen, in Bayern wird zum Boykott aufgerufen.
Im Sommer hat die Tiroler Landesregierung erstmals in mehreren Bezirken Tirols Fahrverbote für den Ausweichverkehr abseits der Autobahnen verhängt. Sie sollten den Ausweichverkehr eindämmen und hätten sich laut Landeshauptmann Günther Platter auch bewährt. So gut, dass es auch im Winter Fahrverbote geben wird.
Die Fahrverbote werden jeweils an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen für die Bezirke Kufstein, Reutte, Schwaz und Innsbruck-Land gelten, und zwar vom 21. Dezember 2019 bis zum 13. April 2020. "Wie schon im Sommer sind bei den Fahrverboten im Winter der Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr ausgenommen", so Platter. Das heißt: Alle Fahrzeuglenker, die beispielsweise aufgrund einer Anlieferung oder eines Urlaubs bzw. Ausflugs ein Ziel in den betroffenen Regionen bzw. Ortschaften haben, können dieses regulär anfahren.
Die Bayern schäumen
Die Regelung lässt allerdings die deutschen Nachbarn schäumen. Und nicht nur das: Es wird sogar zum Boykott eines Österreich-Winterurlaubs aufgerufen. "Offenkundig ist es so, dass in Tirol die Straßen so überfordert sind, dass der Skiurlaub dort wenig Sinn macht", so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Münchner Landtag.
Söder rät dazu, die Urlaubsplanung in Österreich noch einmal zu "überdenken": "Warum ungewollt in Österreich Geld lassen, wenn man in Bayern ein herzliches Dankeschön bekommt?" Nachsatz: Die Verhängung der Fahrverbote sei ein "Verhalten, das Freunde einfach nicht tun sollten".