Aus im Pokal. Aus in der Champions League. Die Bundesliga-Meisterschaft ist akut in Gefahr, die Leistungen sind ungewohnt durchwachsen. Seit dem Trainerwechsel von Julian Nagelsmann auf Thomas Tuchel rutscht der FC Bayern immer tiefer in die Krise.
In der Kabine fliegen die Fetzen – in Manchester nach der 0:3-Niederlage gegen City sogar die Fäuste, als Sadio Mane Kollege Leroy Sane ins Gesicht schlug. Was ist nur los beim sonst so dominanten Serien- und Rekordmeister?
Auf der Suche nach den Gründen fällt in deutschen Medien vor allem ein Name: David Alaba.
Der Wiener verließ den Verein 2021, schloss sich Real Madrid an, führte die "Königlichen" als Abwehrchef im ersten Jahr zum Titel in der Champions League und der La Liga.
Ablöse sahen die Bayern für ihn keine. Sein Vertrag lief nach einer monatelangen Schlammschlacht um eine mögliche Verlängerung aus. Die Münchner wollten ihm die Gehaltswünsche nicht erfüllen. Ehrenpräsident Uli Hoeneß fiel während den Verhandlungen negativ auf, nannte Alaba-Agent Pini Zahavi einen "geldgierigen Piranha".
Jetzt trauert der Klub der Chance nach, seine Identifikationsfigur, seinen Abwehrchef und den "Kabinen-Papa" zu verlängern. Letzteren Spitznamen verpasst "Sport1" dem ÖFB-Kapitän, weil er bei den Bayern Wortführer und allseits beliebter Schmähbruder war, der die Stars zusammengehalten hat. Spielern wie Joshua Kimmich wird aktuell zum Vorwurf gemacht, diese Qualitäten zu vermissen. Die Risse im Zusammenhalt sind nach außen jedenfalls deutlich zu erkennen.
Auch das Fachmagazin "kicker" führt den Verlust Alabas als den Anfang der heutigen Krise an. Der "Kabinen-Papa" fehlt an allen Ecken und Enden. Ein Blick nach Madrid reicht, um sich das vor Augen zu führen. Schon nach kurzer Zeit genoss er in seiner neuen Heimat ein großes Ansehen bei den Kollegen. Alaba wird von den Stars wie Karim Benzema und Co. nach Toren geherzt, steht bei Spielern und Fans gleichermaßen im Mittelpunkt.