FP-nahe Plattform: So "locker" lebt man von 150€

Die FPÖ-nahe Plattform "unzensuriert.at" gibt Tipps, wie man mit 150 Euro im Monat auskommen kann – nämlich "locker".

Die umstrittene Plattform veröffentlichte am Sonntag einen Bericht, in dem erklärt wird, wie problemlos man mit 150 Euro im Monat über die Runden kommen kann. "Unzensuriert" beruft sich dabei auf Angaben eines Lesers, der sich demnach bei der Redaktion gemeldet hatte und von seinen Erfahrungen berichtete. Im Juni 2015 habe jener Leser gar nur 130 Euro benötigt – und es ging sich sogar aus, drei (!) Personen zu ernähren.

Das Geld wurde wohlgemerkt ausschließlich für Lebensmittel ausgegeben, sonstige Fixkosten sind nicht mit einberechnet.

Wie das funktionieren soll? Ganz einfach! "Wenn man richtig einkauft, kommt man mit 150 Euro monatlich locker über die Runden", heißt es dort. Als Beweis dient eine Einkaufsliste (Anm.: ein Auszug davon in der Bildstrecke).

Brot, Reis, Kraut kommen auf den Teller

Will man von 5 Euro am Tag leben können, so müsse man auf Sonderangebote achten und eben geschickt einkaufen. So reiche ein Kilogramm Reis schon für zumindest zehn Mahlzeiten aus, Äpfel gebe es beim Diskonter im Kilo-Sack und mit Kraut, Nudeln und Kartoffeln könne man äußerst preiswert für eine ganze Familie kochen.

Fleisch sei am Meiselmarkt beispielsweise billig zu haben. "Einen ganzen Laib Brot bekommt man um einen Euro oder 1,20 Euro, davon kann man mehrere Tage leben. Ein Kilo Weißkraut kostet noch weniger, man kann damit aber einen ganzen Topf füllen", heißt es weiter.

Hygieneartikel im Vorrat kaufen

Was Hygieneartikel betrifft, so seien diese oft in Aktion und könnten dann gleich günstig in großen Mengen erstanden werden. Der Bedarf sei damit über Monate, wenn nicht gar ein Jahr lang, gedeckt. Nachdem ohnehin jeder Kühlschrank über ein Tiefkühlfach verfüge, könne man viel einfrieren und auf Vorrat kochen.

Ob sich diese Lebensweise auf Dauer rentiert und ob hier tatsächlich von leben – statt überleben – die Rede sein kann, sei dahingestellt. Der "Unzensuriert"-Fan jedenfalls sei dem Artikel zufolge schockiert über die Berichterstattung und stehe voll hinter den Aussagen der FPÖ-Sozialministerin Beate Hartinger-Klein.

Gesundheit egal?

Via Twitter gibt es schon erste Reaktionen auf jenen Erfahrungsbericht der FPÖ-nahen Plattform. So schreibt ein User: "Existieren ja, leben nein! Gesundheit? Auch egal". Ein anderer fasst zusammen, was mit 150 Euro im Monat bestimmt nicht möglich sei, darunter eine "abwechslungsreiche & gesunde Ernährung, Mobilität und eine vernünftige Kleidung & Körperpflege".





Ministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hatte vergangene Woche in Zusammenhang mit einem Gespräch über die Kürzung der Mindestsicherung gemeint, dass man mit 150 Euro im Monat leben könne, sofern die Wohnung bezahlt würde. Seither wird heftig über das Thema diskutiert. (red)

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