Miss Vienna: "Ich bekam Drohanrufe und wurde gehackt"

Beatrice Körmer ist amtierende Miss Vienna
Beatrice Körmer ist amtierende Miss ViennazVg
Seit 2019 ist Beatrice Körmer amtierende Miss Vienna. Ein harter Weg liegt hinter ihr. Nun vertritt sie Österreich bei der Miss Europe Wahl.

141 Damen aus 47 europäischen Ländern wollen Miss Europe 2021werden. Nach einer Qualifikationsrunde dürfen sich nun 30 Anwärterinnen über den Einzug ins Finale freuen, das von 19. bis 22. August im Eventhotel Pyramide in Vösendorf bei Wien über die Bühne gehen wird. Unter ihnen: Beatrice Körmer, die amtierende Miss Vienna. Ihr Ziel? "Ich habe mich für das Finale qualifiziert, womit ich mein persönliches Ziel bereits erreicht habe. Natürlich werde ich mein Bestes geben, um die Chance zu wahren unter die besten sechs zu kommen, was für mich und Österreich ein Riesenerfolg wäre. Druck verspüre ich hier keinen, da bereits alle 30 Finalistinnen Sieger sind. Die letzte Österreicherin, welche diesen internationalen Titel gewonnen hat, war Karin Zorn im Jahr 1980, das ist 42 Jahre her", so Bea im Gespräch mit "Heute".

Angefangen hat für die 25 Jährige alles im Alter von 17 Jahren, als sie das Modeln zu ihrem Hobby gemacht hat. Es folgten Cover-Shooting und unzählige Auftritte als ORF-Fashion-Model. 2019 dann die Wahl zu Miss Vienna. "Eine Miss ist kein Model und umgekehrt genauso. Wenn man beides vereinbaren kann, muss man schon einige Voraussetzungen mitbringen. Eine Miss präsentiert ihre Region und sich selbst mit ihrem Charakter und Aussehen. Ein Model Mode und Produkte. Als Miss hat man auch eine soziale Vorbildwirkung und steht im Fokus der Öffentlichkeit. Schon viele Jahre vor meiner Missenzeit unterstützte ich soziale Projekte für Mensch, Tier und Umwelt", so Beatrice selbstbewusst und sagt anderen Missen gleich ihre Meinung: "Ich finde es äußerst peinlich, wenn Kandidatinnen ein paar Tage vor einer Wahl ein soziales 'Projekt' aus dem Nichts zaubern, um dort dafür bessere Bewertungen zu bekommen. Das sind dann genau diese Personen, die das Klischee 'Missen wünschen sich den Weltfrieden' bedienen. Mit meinem persönlichen Einsatz in der Öffentlichkeit möchte ich auch andere Menschen motivieren zu helfen und zeigen, dass man als Miss einiges bewegen kann."

"Es ist ja viel bequemer, wenn nur sehr junge, unbekannte Mädchen bei einer Wahl antreten. Die haben sich mangels Erfahrung und fehlenden Selbstbewusstsein zu fügen!"

Leicht hatte es Beatrice Körmer, die mit Heimo Turin liiert ist, nicht immer. Gerade ihre Teilnahme am Missen-Wettbewerb gefiel nicht jedem – es hagelte Kritik. Hinter den Kulissen spielte sich noch weit mehr ab, wie Beatrice nun erstmals offen anspricht. "Das war für mich damals schon eine schwierige Zeit, weil ich das was vor, während und nach der Miss Vienna Wahl 2019 auf mich zukam in dem Ausmaß nicht erwartet habe. Es war vollkommendes Neuland, dass sich ein schon bekanntes Covermodel, welches wöchentlich im ORF Mode präsentieren durfte und finanziell unabhängig war, sich für eine Misswahl in Österreich anmeldete. Und damit kamen einige, die der Meinung waren, was noch nie war, darf auch nicht sein. Es war ja immer viel bequemer, wenn nur sehr junge, unbekannte Mädchen bei einer Wahl antreten. Die haben sich mangels Erfahrung und fehlenden Selbstbewusstsein zu fügen", geht sie mit vielen in der Branche hart ins Gericht. 

"Verleumdungen wurden in Umlauf gebracht, E-mails gehackt, verfälscht oder ganz gelöscht. Drohanrufe kamen."

"Bereits Monate vor der Wahl wurde mir nahegelegt, auf die Teilnahme zu verzichten, wenn ich nicht mit allen Mitteln bekämpft werden wolle. Nachdem ich mich nicht einschüchtern ließ und trotzdem antrat, wurden die Drohungen umgesetzt. Verleumdungen wurden in Umlauf gebracht, E-mails gehackt, verfälscht oder ganz gelöscht. Drohanrufe kamen. Nach der Wahl wurde seitens der Miss Austria Corperation das Ganze überprüft. Herr Jörg Rigger von der MAC stellte fest, dass hier gegen mich ein sehr böses Spiel betrieben wurde. Nicht ein einziger Vorwurf war annähernd haltbar. Der Rest ist öffentlich bekannt: Die Wahl wurde bestätigt, die Krone blieb bei mir. Und welch Ironie: Heute bin ich nicht nur mit meinen 1.82 Zentimeter Körpergröße die 'längste' Miss Vienna aller Zeiten, sondern auch die durch Corona am längsten amtierende Miss Vienna überhaupt", kann sie mittlerweile ein bisschen über die Zeit lachen. 

Blick in die Zukunft 

Nachdem diese Kapitel zum Glück der Vergangenheit angehört, kann sich die Blondine auch ihrer Gesangskarriere widmen. "Es werden heuer noch mindestens zwei Singles ('I am still here') und am 5. November 2021 mein erster Weihnachtssong 'Once A Year' erscheinen. Mit diesem Song will ich darauf aufmerksam machen, dass in vielen Ländern der Dritten Welt Kinder arbeiten müssen, um für unsere Kinder hier Weihnachtsgeschenke herzustellen." Doch das ist längst nicht alles: "Im November werde ich dann mein neuestes Projekt vorstellen. Zusammen mit dem Verein Social City Wien habe ich eine neue österreichweite Charity Plattform für Mensch, Tier und Umwelt entwickelt, welches medial präsentiert und gestartet wird."

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