Die Tennislegende Boris Becker hat ein neues Kapitel aufgeschlagen - allerdings mit deutlich weniger Menschen an seiner Seite. In einem Interview zieht der 58-Jährige eine bittere Bilanz: "Ich habe 95 Prozent meiner Freunde verloren."
Die Zeit im Gefängnis habe ihn nachhaltig verändert. "Wenn man eingesperrt ist, verliert man buchstäblich alles", so Becker. "Alles, was übrig bleibt, ist deine Persönlichkeit, dein Charakter." Er habe sich fragen müssen: "Wer bin ich? Wird mich das zerstören oder stärker machen?"
Wie gala.de berichtet, sieht Becker seine Beziehung zu Deutschland heute kritisch. "Die Deutschen halten mich, bei allem Respekt, für ihr Eigentum", sagt er. Es sei, als gehöre ihnen noch immer der 17-Jährige, der 1985 sensationell Wimbledon gewann. Er habe das Gefühl, ständig bewertet zu werden.
In Italien hingegen fühlt sich Becker befreit. Der Ex-Tennisprofi erklärt, dass er dort nicht von den "Schatten der Vergangenheit" verfolgt werde. Die Menschen würden ihn mögen und respektieren, was ihm den Alltag deutlich erleichtere.
Ein weiterer Vorteil: In Italien werde er kaum erkannt. Seine Frau Lilian spreche die Sprache fließend, ebenso wie vier weitere Sprachen. Becker selbst kann nur wenig Italienisch, doch das sei kein Problem.
Eine Rückkehr nach Deutschland kann sich der ehemalige Sportstar nicht mehr vorstellen. 2022 war Becker wegen Insolvenzstraftaten zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden - im Dezember desselben Jahres wurde er vorzeitig entlassen.