Behördenstreit

Wien und NÖ streiten – keine Ausbildung für Autisten

Wegen uneinheitlicher Landesregelungen musste David (17) ein Jahr lang auf eine Ausbildungsmöglichkeit warten. Der Volksanwalt schaltete sich ein.
Newsdesk Heute
08.02.2026, 21:40
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David F. ist erst 17 Jahre alt und kämpft schon mit großen Hürden. Er wird im Wiener AKH wegen Epilepsie und einer Autismus-Spektrum-Störung behandelt. Seinen Hauptwohnsitz hat er in Wien bei seinem Onkel gemeldet.

Hier wollte er auch bei der Berufsqualifizierung "On the Job" von Wien Work eine Ausbildung starten. In Niederösterreich, wo seine Eltern leben, gibt es laut seinen Eltern kein vergleichbares Angebot, das öffentlich gut erreichbar ist.

Unterschiedliche Bundesländer-Regelungen

Doch weil für Menschen mit Behinderungen die Bundesländer zuständig sind und die Regelungen von Wien und Niederösterreich nicht zusammenpassen, fühlte sich niemand für die Finanzierung von Davids Ausbildung verantwortlich.

Das Problem liegt darin, dass Niederösterreich einen Hauptwohnsitz im eigenen Bundesland als Bedingung für eine Förderung verlangt – den hat David aber nicht. In Wien wiederum zählt laut Gesetz der Hauptwohnsitz der Eltern, die leben aber in Niederösterreich. Somit gab es weder aus Wien noch aus Niederösterreich eine Förderung.

David sitzt seit einem Jahr daheim

David wartet deshalb schon seit einem Jahr daheim. Das lange Warten hat bei dem 17-Jährigen bereits zu einer Depression geführt, berichten seine Eltern. Volksanwalt Bernhard Achitz kritisiert: "Weil aber für Menschen mit Behinderungen die Bundesländer zuständig sind, und weil die Regelungen aus Wien und Niederösterreich nicht zusammenpassen, fühlte sich niemand für die Finanzierung von Davids Ausbildung zuständig – und er sitzt schon seit einem Jahr zuhause und wartet."

Erst jetzt, nachdem sich die Volksanwaltschaft eingeschaltet hat und auch die ORF-Sendung "Bürgeranwalt" zu recherchieren begonnen hat, wurde eine Lösung gefunden: Niederösterreich übernimmt die Kosten für Davids Ausbildung, solange er noch minderjährig ist. Ab seiner Volljährigkeit übernimmt dann der Fonds Soziales Wien (FSW) die Finanzierung.

Dank Volksanwalt Lösung gefunden

Volksanwalt Achitz dazu: "Es freut mich, dass Wien und Niederösterreich Davids Weg in die Berufstätigkeit nicht länger versperren. Er hat vielfältige Begabungen, etwa technisches Verständnis und ein absolutes Gehör. Ich kritisiere aber, dass diese Lösung nicht gleich von Anfang an möglich war. So hat David ein Jahr seines Lebens mit Warten verbracht."

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.02.2026, 21:40
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