Behörde dreht Bank zu – aber Spareinlagen sicher

Blick auf die Mattersburger Commerzialbank am Mittwoch, 15. Juli 2020, in Mattersburg. Mehr als 400 Millionen Euro an gedeckten Einlagen liegen in der von einem Bilanzskandal erschütterten Mattersburger Commerzialbank, der in der Nacht auf Mittwoch der Fortbetrieb untersagt worden ist.
Blick auf die Mattersburger Commerzialbank am Mittwoch, 15. Juli 2020, in Mattersburg. Mehr als 400 Millionen Euro an gedeckten Einlagen liegen in der von einem Bilanzskandal erschütterten Mattersburger Commerzialbank, der in der Nacht auf Mittwoch der Fortbetrieb untersagt worden ist.picturedesk.com/APA/Robert Jäger
In einer Blitzaktion hat die Finanzmarktaufsicht die Commerzialbank Mattersburg geschlossen. Das Institut soll zerschlagen werden.

Alle neun Filialen zu, Konten auch von Privatkunden gesperrt, die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der jahrelangen Bilanzfälschung sowie Untreue! Ein Bankenskandal erschüttert das Burgenland. Im Mittelpunkt: Martin Pucher, der die Commerzialbank Mattersburg vor 25 Jahren gründete. Die Lokalgröße ist als Vorstandschef bereits zurückgetreten, gibt auch das Amt als Präsident des SV Mattersburg ab.

Martin Pucher, Gründer der Commerzialbank Mattersburg
Martin Pucher, Gründer der Commerzialbank MattersburgGEPA

Wie viel Geld fehlt bzw. die Höhe des Schadens ist offen. In einer Pressekonferenz sprach Landeshauptmann Hans Peter Doskozil jedenfalls von einem "riesigen Betrug". Es bestehe der Verdacht, dass "Fantasie-Kredite erfunden" wurden. "Ich habe mit Personen gesprochen, die ihr ganzes Sparguthaben bei der Bank veranlagt haben und geweint haben", so der Burgenland-Chef. An eine Fortführung sei nicht zu denken, die Bank "ist zu liquidieren".

Doskozil befürchtet, dass durch den Bilanzskandal Firmen und Private "höchstwahrscheinlich am Ende des Tages sehr viel Geld verlieren". Das Wiener Technikunternehmen Frequentis etwa muss um rund 31 Millionen Euro zittern. Bei Energie Burgenland soll es um 5 Millionen Euro gehen.

Spareinlagen bis zu 100.000 Euro sind gesichert

Guthaben bis 100.000 Euro je Commerzialbank-Kunde sind nicht in Gefahr. Für sie springt die Einlagensicherung Austria (ESA) ein. Rund 60.000 Betroffene erhalten dazu in den nächsten Tagen Post mit allen nötigen Infos. Die Auszahlung der bis zu 450 Millionen Euro soll laut ESA-Chef Stefan Tacke Anfang nächster Woche starten – www.einlagensicherung.at

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch.

Die Bilder des Tages

Nav-AccountCreated with Sketch. red TimeCreated with Sketch.| Akt:
WirtschaftGeldBurgenlandHans Peter Doskozil

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen