Behörde rät, vor einem One-Night-Stand zu duschen

Das Bundesamt für Gesundheit der Schweiz fordert die Leute in der Corona-Krise dazu auf, vor Sex mit einem Unbekannten unter die Dusche zu springen.

Das Risiko, sich bei einem One-Night-Stand mit Covid-19 anzustecken, sei groß, sagte das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) gegenüber"Nau". Sprecher Daniel Dauwalder rät: "Die Sexualpartner sollen vorher duschen."

Duschen als Corona-Prävention? Dauwalders Aussage sorgt für Irritation. "Sich vor dem One-Night-Stand zu duschen, um sich vor einer möglichen Corona-Ansteckung zu schützen, nützt nichts. Wenn der Partner Coronavirus-infiziert ist, wird man angesteckt", stellt Andreas Cerny, Infektiologe am Moncucco-Spital in Lugano, klar. "Das Risiko, sich bei einem One-Night-Stand mit Corona anzustecken, ist kleiner, da man nur mit einer Person Kontakt hat, als wenn man sich mit neun Freunden zur privaten Feier verabredet, die in unterschiedlichen Haushalten wohnen."

Corona durch Zungenkuss

Das Coronavirus übertrage sich nicht über die Haut, die Kleidung oder über die Sexualorgane, sondern über Tröpfchen, so der Infektiologe. "Corona kann man zum Beispiel bei einem Zungenkuss mit einer infizierten Person bekommen. Deswegen nun auf einen One-Night-Stand zu verzichten, scheint mir aber übertrieben."

Vielmehr plädiert Cerny für die niederländische Methode: Im Frühling empfahl die dortige Regierung seinen Bürgern, sich bei der Anzahl Sexualpartner einzuschränken und bestmöglich nur noch einen "Sex-Buddy" zu haben. "Die Anzahl der Sexpartner zu reduzieren, ist sicherlich nicht schlecht, um einer Ansteckung vorzubeugen, so wie auch 'safe sex' wichtig ist, um andere Infektionen zu verhindern", pflichtet Cerny bei.

Sexueller Kontakt mit Fremden beinhaltet Risiko

"Die Aussage, dass man vor einem One-Night-Stand duschen soll, hat mit der allgemeinen Hygiene zu tun", sagt Grégoire Gogniat, Mediensprecher vom BAG, auf Rückfrage von "20 Minuten". Mit Blick auf Corona gehe es um andere Schutzmaßnahmen: Distanz, Tragen einer Maske und regelmäßiges Händewaschen. "Festzuhalten ist, dass sexuelle Kontakte mit Fremden ein Risiko beinhalten, sich mit dem Coronavirus anzustecken, vor dem man sich bei einem so engen Kontakt kaum schützen kann", sagt Gogniat.

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