Behörden lassen infizierte Lungenärztin Tage warten

Wie der ORF im Rahmen der "Zeit im Bild" aufzeigt, werden manche Verdachtsfälle von den Behörden selbst in dieser kritischen Zeit offenbar erst mit tagelanger Verzögerung abgehandelt.

Eine namentlich nicht genannte Intensivmedizinerin an einer Lungenambulanz war vergangene Woche in Kontakt mit einem Infizierten gekommen. Nachdem sie davon in Kenntnis gesetzt worden war, wählte die Ärztin sofort die Corona-Hotline 1450.

Doch es gab kein Durchkommen. Nach einer halben Stunde Warteschleife, sei sie aus der Leitung gekickt worden, schildert die Frau. "Wartens auf eine Meldung der Behörden", habe es dann geheißen als nach mehreren Versuchen endlich jemand abhob. Der versprochene Rückruf kam aber nie.

Behörden reagieren "nur zu Bürozeiten"

Die Frau, die an einer absoluten Risikoposition arbeitet, begab sich daraufhin selbstständig in Isolation. Erst am fünften Tag – nach dem Wochenende – sei sie vom Gesundheitsamt informiert worden, dass sie genau das tun sollte. Auf die Frage des ORF, ob die Behörden erst wieder "zu Bürozeiten" reagiert hätten, folgte ein zerknischtes Ja der Medizinerin.

Wie sich Montagabend zeigte, hatte sich die Frau tatsächlich ebenfalls angesteckt. Sie wurde positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Nicht auszudenken, was passieren hätte können, wenn sie in den Tagen, die die Behörden für eine Reaktion brauchten, weiter ihren Dienst im Krankenhaus versehen hätte.

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