Es sollten reguläre Bauarbeiten vor der Eröffnung einer neuen Billa-Filiale im Wiener Ringstraßenpalais Ephrussi werden, doch sie entpuppten sich als riesengroße Überraschung! Wie der "ORF" berichtet, machten die Arbeiter große Augen, als sie plötzlich hinter der Zwischendecke die 150 Jahre alte Original-Stuckdecke des Ringstraßen-Architekten Theophil Hansen entdeckten.
Laut dem stellvertretenden Wiener Landeskonservator, Wolfang Salcher, sei die Decke allerdings in einem desolaten Zustand gewesen. Restauratoren schlossen die Löcher, stellten in mühsamer Arbeit das Gesamterscheinungsbild wieder her und arbeiteten die Farbfassung heraus. Das Spezielle an dieser Decke sei, dass sie einen Brückenschlag zu den anderen Werken von Theophil Hansen darstelle, so Salcher. Zum frisch renovierten Parlament, zum Palais Epstein und zum Musikverein.
Das Palais Ephrussi wurde von der gleichnamigen, jüdischen Bankiersfamilie aus Odessa gebaut, allerdings 1938 von den Nazis geplündert. Nach dem Krieg verkauften Nachfahren das Palais am Schottentor günstig weiter. Nun soll im Gebäude eine Billa-Filiale mit 200 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Der Konzern achte dabei darauf, möglichst alles im Originalzustand zu erhalten, heißt es.
15 Mitarbeiter sollen ab Anfang Dezember im neuen Supermarkt tätig sein. Der Fokus wird auf schnell verzehrbaren Produkten liegen, die Zielgruppe bei Studenten und Berufstätigen.