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Bei Siri wird jeder vierte Mann scharf

Unheimlich oder interessant? Eine von vier Personen hegt erotische Gefühle für ihren Sprachassistenten.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:37

Sie gehorchen aufs Wort und wissen bestens Bescheid, ob morgen die Sonne scheint oder ob es regnet. Sie verlieren nie die Contenance, plaudern mit jedem und das zu jeder Uhrzeit. Stets sind sie höflich und geduldig, wenn nicht gar charmant — das sind die Eigenschaften von Sprachassistenten wie Siri, Alexa und Co. Kann man sich in diese Stimmen verlieben, ja richtig vernarrt in sie sein? Immerhin beginnen sexuelle Fantasien im Kopf. Dort entscheidet sich, was uns erregt.

Laut dem Marketingunternehmen Mindshare aus Großbritannien muss diese Frage eindeutig mit Ja beantwortet werden. Eine Untersuchung zeigt, dass rund ein Viertel der Probanden erotische Gefühle für die digitalen Helfer hegen, während sie den karamelligen Stimmen von Siri, Alexa oder dem Sprachassistenten von Google Home lauschen.

Das liest sich jetzt wie eine Szene aus "Her" von Regisseur Spike Jonze aus dem Jahr 2013. Im Science-Fiction-Film verliebt sich der Vollblut-Hipster Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) in die Stimme seines Betriebssystems Samantha (Scarlett Johansson). Die Software haucht und kichert dem schnurrbärtigen Protagonisten den ganzen lieben Tag Worte ins Ohr, bis er ganz verrückt nach ihr ist. Fortan führen die zwei eine Liebesbeziehung, ohne sich ein einziges Mal in die Augen zu sehen — rein verbal.

Ich wünschte mir, du wärst ein Mensch

Offenbar ist dieses Szenario nicht allzu weit hergeholt. Die Gehirnaktivität von rund 100 Probanden wurde in der Studie von Mindshare analysiert und ausgewertet, während diese den Sprachassistenten zuhörten. Dabei wurden emotionale Reaktionen festgestellt. Einer von vier Probanden fühlt sich den digitalen Taskmanagern nahe und entwickelt gar erotische Fantasien für Siri und Co.

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Doch dabei bleibt es nicht. Aus der anschließenden Befragung geht hervor, dass sich 37 Prozent der Probanden wünschen, ihr Sprachassistent sei aus Fleisch und Blut. Im Laufe der Zeit würde sich eine emotionale Bindung zwischen Mensch und der künstlichen Intelligenz entwickeln, heißt es. Aus Sicht der Entwickler ist das durchaus gewünscht. Immerhin sollen Gespräche mit Siri und Alexa intuitiv und möglichst natürlich ablaufen. (hau)

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