"Er war ein sehr erfahrener Kollege. Die beiden Beamten haben ihren Streifenwagen extra seitlich am Geh- und Radweg abgestellt, damit weder andere noch sie selbst bei der Amtshandlung gefährdet werden", erzählt ein Polizist gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Nur wenige Augenblicke später wurde der 57-jährige Beamte der Polizeiinspektion Wies dann von einem Auto angefahren und tödlich verletzt. Die Pkw-Lenkerin hatte den Polizisten laut ihren Angaben im Dunkeln übersehen. Der Beamte hatte keine Chance und verstarb noch an der Unfallstelle. Er war verheiratet und hinterlässt seine Frau.
Doch wie konnte es nur zu dem tragischen Unfall kommen? Wie "Heute" berichtete, wurde am Samstag gegen 19.00 Uhr eine Streife der Polizeiinspektion Wies zur Aufnahme eines Verkehrsunfalls mit Rehwild auf der Sulmtal Straße im Bezirk Deutschlandsberg beordert.
Die beiden Polizisten stellten das Dienstfahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht am Straßenrand ab. Das am Wildunfall beteiligte Auto stand ebenfalls am Straßenrand und hatte die Warnblinkanlage eingeschalten. Ein 63-jähriger Jäger war bereits vor Ort und hatte das verletzte Reh am gegenüberliegenden Fahrbahnrand in einem Straßengraben gefunden.
Der 57-Jährige ging daraufhin auf die gegenüberliegende Straßenseite. "Er wollte dem Jäger helfen oder den Bereich dort absichern", so Polizeisprecher Heimo Kohlbacher gegenüber der "Kleinen Zeitung". Zur gleichen Zeit näherte sich eine 51-Jährige aus dem Bezirk Leibnitz mit ihrem Pkw aus Richtung St. Martin im Sulmtal und erfasste die beiden Männer am Straßenrand.
Der Jäger und der Polizist wurden in den Straßengraben geschleudert. Der 63-jährige Jäger erlitt Verletzungen unbestimmten Grades und wurde in das LKH Südweststeiermark eingeliefert. Der 57-jährige Polizist wurde tödlich verletzt, für ihn kam jede Hilfe zu spät.
Laut dem Bericht muss die Unfallverursacherin nun mit einer Anzeige wegen fahrlässiger Tötung rechnen.