Russland verliert nach Angaben des ukrainischen UNO-Botschafters Sergij Kyslyzja durch den Krieg in der Ukraine sein Militär. Seit dem Beginn seiner Invasion habe Russland mehr als 17.000 Soldaten, mehr als 1.700 gepanzerte Fahrzeuge und fast 600 Panzer verloren, sagte Kyslyzja am Dienstag im UNO-Sicherheitsrat. Abhanden gekommen seien Russland auch 300 Artilleriesysteme, 127 Flugzeuge und 129 Hubschrauber, fast 100 Raketenwerfersysteme, 54 Luftabwehrsysteme und sieben Schiffe.
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"Die Entmilitarisierung Russlands ist weit fortgeschritten", sagte Kyslyzja. Für die russische Regierung seien die Verluste "ein beispielloser Schlag". Dagegen seien die Verluste der Sowjetunion in Afghanistan nichts. Russland hatte am Dienstag angekündigt, seinen Militäreinsatz nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew und Tschernihiw erheblich zu reduzieren. Beobachter halten die schweren Verluste für den Grund des teilweisen Truppenrückzugs.
Ukrainische Militärvertreter glauben dagegen nicht an einen russischen Abzug aus der Gegend um Kiew und Tschernihiw. "Es gibt Anzeichen, dass die russischen Truppen sich neu gruppieren, um ihre Bemühungen auf die Ostukraine zu konzentrieren", teilte der ukrainische Generalstab am Dienstagabend mit. "Gleichzeitig ist der sogenannte 'Abzug von Truppen' am wahrscheinlichsten eine Rotation einzelner Einheiten und dient dazu, die ukrainische Militärführung in die Irre zu führen."
Das US-Verteidigungsministerium hat ebenfalls mit großer Skepsis auf die Ankündigung Russlands reagiert, seine militärischen Aktivitäten gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew "radikal" zu verringern. Pentagon-Sprecher John Kirby sagte am Dienstag, bislang scheine sich nur eine "kleine Zahl" russischer Soldaten von Kiew zu entfernen. Das sei aber kein "Rückzug", sondern eine "Neupositionierung" der Truppen.