Israels rechtsextremer Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir hat mit einer radikalen Forderung international für Entsetzen gesorgt. Der Politiker verlangte jede Nacht gezielte Tötungen im Gazastreifen – konkret sprach er von 30 bis 40 Opfern pro Nacht.
Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) reagierte mit scharfer Kritik. Im Sommerinterview bezeichnete er das Verhalten des israelischen Ministers als "menschenverachtend". Er sei zwar solidarisch mit dem Staat Israel, aber nicht mit "solchen Ministern".
Wie Der Spiegel berichtet, sieht Klingbeil mit Ben-Gvirs Äußerungen eine rote Linie überschritten. "Da muss die Bundesregierung deutlich widersprechen. Ich tue das hier auch", betonte der Vizekanzler. Als Konsequenz müssten nun auf europäischer Ebene "sehr ernsthaft" Sanktionen geprüft werden.
Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte Ben-Gvir massiv. Zentralratspräsident Josef Schuster bezeichnete dessen Verhalten als "zutiefst beschämend und verantwortungslos". Es veranschauliche die Gefahr, die von rechtsradikalen Kräften ausgehe.
Ben-Gvirs "menschenverachtende Aussagen" stünden "diametral zu jüdischen Werten und schaden Israels Ansehen", erklärte Schuster weiter. Er distanziere sich ausdrücklich von dem Minister.
Ben-Gvir ist als Minister für Nationale Sicherheit unter anderem für die israelische Polizei und den Strafvollzug zuständig. In der Vergangenheit hatte er sich auch für eine Verschärfung der Haftbedingungen palästinensischer Gefangener eingesetzt.