Benko-Deal: So staubt man 14 Millionen Euro ab

Der Preis des "Gewerbehauses" der Wiener Wirtschaftskammer stieg innerhalb weniger Wochen von 17,5 Millionen Euro auf über 31,3 Millionen. Involviert sind prominente Immobilien-Unternehmer.
In der Wiener Wirtschaftskammer herrscht Unruhe. Der als großer Wurf vermarktete Immobilien-Deal rund um die neue Kammer-Zentrale am Praterstern wirft Fragen auf. Denn die Unternehmervertretung könnte ein ganz schlechtes Geschäft gemacht haben.



Die Fakten: Die Kammer verfügt über Bürogebäude in ganz Wien. Zur Bündelung der Standorte kaufte man von René Benkos Signa-Imperium eine neue Zentrale am Praterstern. Um den Kaufpreis von weit über 100 Millionen Euro zu stemmen, bot man eine Art Tauschgeschäft an. Zwei Immobilien sollten an Benko verkauft werden, den Rest würde man durch Rücklagen aus Mitgliedsbeiträgen decken.

CommentCreated with Sketch.26 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Eine dieser Immobilien, das "Gewerbehaus", gelegen in der Beatrixgasse 29, wurde Ende März dann um 17.504.000 Euro an eine ursprünglich Benko zugerechnete Firma namens SDS 2017 Immobilien GmbH & Co KG verkauft. Diese Firma, deren Eigentümer aber in einem bunten Reigen wechselten, verkaufte die Liegenschaft schon Anfang März um 31.340.000 Euro weiter. Also um fast 14 Millionen mehr.



Wie der "Gewinn" berichtete, wurde Anfang April Klemens Hallmann als neuer Eigentümer der Besitzgesellschaft eingetragen. Hallmann schillert durch seine Beziehung mit "GNTM"-Star Barbara Meier häufig in der Öffentlichkeit.

Er reichte seine Anteile freilich noch einmal weiter – an die ENI Zwei Immobilien GmbH & Co KG des Immo-Unternehmers Daniel Jelitzka. Praktischerweise spart man mit dem Verkauf von Gesellschaftsanteilen im Vergleich zu grundbücherlichen Eintragungen auch kräftig Steuer – komplett legal.



Auch die zweite Tausch-Immobilie, das noble Palais Festetics in der Berggasse, hat eine ähnliche Eigentümer-Odyssee hinter sich: Wirtschaftskammer zu Benkos Signa zu Hallmann. Freilich ohne öffentlich einsichtige Wertsteigerung.

Nachfragen an Hallmann blieben unbeantwortet. Die Kammer verwies auf Gutachten zu den Immobilienwerten. Signa bestätigte den Erwerb und Verkauf des "Gewerbehauses". Und auch Daniel Jelitzka bestätigt den Erwerb des "Gewerbehauses". Was mit diesem passiert, ist offen – theoretisch dürfen auch Luxus-Lofts errichtet werden.

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