Der seit Jahren in Lateinamerika gesuchte Drogenboss Sebastian Marset ist am Freitag in Bolivien gefasst und den USA übergeben worden. Der 34-jährige Uruguayer wurde im Morgengrauen bei einer Polizeiaktion in einem noblen Viertel von Santa Cruz de la Sierra festgenommen.
Wie im bolivianischen Fernsehen zu sehen war, übergaben die Fahnder Marset wenig später am Flughafen an Einsatzkräfte der US-Drogenfahndungsbehörde DEA. Diese brachten ihn umgehend in ein US-registriertes Flugzeug. Bei der Aktion waren Hunderte Polizisten im Einsatz, neben Marset wurden vier weitere Personen festgenommen.
Für Hinweise zur Ergreifung des Drogenbosses war ein Kopfgeld von zwei Millionen Dollar (rund 1,7 Millionen Euro) ausgesetzt. Den US-Ermittlern zufolge führte Marset ein Netz aus Drogenhändlern an, das mindestens 16 Tonnen Kokain nach Europa schmuggelte – elf davon über den belgischen Nordseehafen Antwerpen.
Der fußballverrückte Marset wusch die Erträge seines Drogenhandels unter anderem, indem er unterklassige Profi-Mannschaften in Lateinamerika und Europa kaufte und sponserte. Laut der "Washington Post" zahlte er 10.000 Dollar in bar, um bei Spielen mit der Rückennummer 10 aufzulaufen – jener Nummer, die schon Pelé, Diego Maradona und Lionel Messi trugen.
Marset war seit Juli 2023 auf der Flucht, nachdem er kurz vor einer Polizeirazzia aus seinem Haus in Santa Cruz entkommen war. Seine Kokainpäckchen soll er mit dem Aufdruck "Der König des Südens" gekennzeichnet haben. Mit seiner Festnahme ist innerhalb eines Monats bereits der zweite einflussreiche Drogenboss in Lateinamerika gefasst worden – nach der Tötung des mexikanischen Kartellchefs Nemesio "El Mencho" Oseguera.