Was wie ein ganz normaler Familienausflug aussah, soll in Wahrheit knallhartes Drogengeschäft gewesen sein. Am Donnerstag (22. Jänner) muss sich eine 37-jährige Türkin vor dem Landesgericht Salzburg verantworten. Der Vorwurf: Schmuggel und Verkauf von rund 14 Kilogramm Kokain im Wert von etwa 700.000 Euro. Besonders brisant: Ihre drei Kinder sollen bei den Fahrten bewusst als Tarnung mitgenommen worden sein.
Die Staatsanwaltschaft sieht die Angeklagte nicht als Mitläuferin. Gemeinsam mit einem bereits verurteilten Täter soll sie Kokain aus den Niederlanden nach Österreich gebracht haben. Über den aufsehenerregenden Fall berichtete zunächst der ORF.
"Sie soll zur Beschaffung in den Niederlanden und zum Verkauf in Österreich mit einem bereits verurteilten Täter zusammengearbeitet haben", sagt Ricarda Eder, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg. "Dabei soll sie in den Niederlanden den Kontakt zu den Suchtgiftlieferanten hergestellt, die Fahrten organisiert, die Geschäfte teilweise finanziert haben und bei drei Fahrten dabei gewesen sein. Um bei einer polizeilichen Kontrolle einen Familienurlaub vortäuschen zu können."
Laut Anklage war das kein Zufall, sondern System. Mit Kindern im Auto sollte der Verdacht bei Kontrollen gar nicht erst aufkommen.
Die 37-Jährige gestand am Donnerstag lediglich zwei Beschaffungsfahrten ein. Sie sei dabei nur Begleiterin gewesen, mit Schmuggel und Verkauf habe sie nichts zu tun gehabt. Das Urteil wird am Donnerstagnachmittag erwartet. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung.
Der Fall sorgt für großes Aufsehen, auch weil er aus der Statistik heraussticht. Zwar betont die Staatsanwaltschaft, dass das Drogengeschäft längst keine reine Männerdomäne mehr sei, insgesamt bleiben Frauen aber deutlich in der Minderheit.