Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der SOS-Kinderdörfer haben Konsequenzen: Die Stadt Salzburg benennt die Hermann-Gmeiner-Straße mit 30. April 2026 um. Der Kulturausschuss des Gemeinderats beschloss den Schritt am Donnerstag einstimmig.
Hermann Gmeiner, der 1986 verstorben ist, steht im Verdacht, an zumindest acht minderjährigen Burschen sexuelle Gewalt und Misshandlungen ausgeübt zu haben. Die Vorwürfe wurden im vergangenen Oktober öffentlich. Viele Städte ziehen nun Konsequenzen, entfernen Denkmäler, benennen Straßen um – so auch die Stadt Salzburg.
Die rund 400 Meter lange "Hermann Gmeiner Straße" an der Grenze zur Gemeinde Wals-Siezenheim soll künftig Barbara-Krafft-Straße heißen. Die endgültige Beschlussfassung erfolgt in der Gemeinderatssitzung am 4. Februar. Auch Wals-Siezenheim hat der Umbenennung bereits zugestimmt.
Durch die Änderung erhalten 114 Adressen eine neue Anschrift. Nachweisliche Sachkosten für betroffene Anrainer übernimmt die Stadt Salzburg.
Namensgeberin Barbara Krafft war Malerin und lebte viele Jahre in Salzburg. Bekannt ist sie vor allem für ihre Porträts – darunter jenes von Wolfgang Amadeus Mozart, das auch auf der österreichischen Ein-Euro-Münze zu sehen ist.
Auch in Seekirchen sollen die dortige Hermann-Gmeiner-Straße sowie der gleichnamige Kindergarten noch in diesem Frühjahr umbenannt werden. Welche neuen Namen sie tragen werden, ist derzeit noch offen.