Acht Euro für einen leeren Teller im Lokal? Die Gebühr für den sogenannten "Räuberteller" (einen zweiten Teller zum Teilen einer Speise) sorgte im Vorjahr im Fall eines Kärntner Gastronomen für bundesweite Empörung. Mittlerweile führen immer mehr Wirte Aufpreise für zusätzliches Geschirr ein – und das in wohl allen Bundesländern. "Es ist einfach eine Unart, die ausgeartet ist", stellt Ernst Pühringer, Salzburger Spartenobmann für Tourismus und selbst Gastronom, klar, warum er und seine Kollegen für leere Teller kassieren.
Der Ärger vieler Wirte: Gruppen mit zehn Personen bestellen etwa nur fünf Hauptgerichte, verlangen aber zusätzlich fünf leere Teller. Für die Gäste ein Sparmodell, für die Gastronomie ein Verlustgeschäft. "Kurz nach Corona hat sich das so eingebürgert", erzählt Pühringer im "Heute"-Talk.
Viele Gäste leiden unter der Inflation und wollen sparen, indem sie sich Speisen teilen. "Der Kostendruck in der Gastronomie ist extrem hoch, man muss einfach einen Umsatz erreichen, der passt", rechtfertigt der Wirt die Tellergebühr von 1,80 Euro pro Geschirr.
Auch in Wien greifen immer mehr Gasthäuser zu dieser Maßnahme. So verlangt ein Gastronom im Prater 2,50 Euro pro leerem Teller, in der Inneren Stadt sind es sogar noch 50 Cent mehr – allerdings nur beim Mittagsmenü. "Das kommt vor allem bei Wirten vor, die eine sehr hohe Pacht haben. Grundsätzlich geht es einfach um Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit", erklärt Wirtesprecher Thomas Peschta.
Ähnlich handhabt man es in der oberösterreichischen Pizzeria "La Ruffa" in Linz. Dort ist in der Speisekarte klar vermerkt: "Pizza auf zwei Tellern serviert + € 2,00". Auch hier gilt: Der Umsatz muss stimmen. Einig sind sich die meisten Wirte jedoch darin, dass nicht jede Situation gleich behandelt werden sollte. "Wenn sich eine Mutter und ihr Kind ein Essen teilen, werde ich nicht extra verrechnen, wenn der Gesamtumsatz passt", so Pühringer.