Zukunft ist teuer und weiblich

Belvedere: Umbau soll knapp 38 Millionen Euro kosten

Feministische Perspektiven, strukturelle Investitionen, neue Allianzen: Das Museum nutzt sein Standing als Sprungbrett und setzt vor allem auf Frauen.
Heute Entertainment
08.01.2026, 15:06
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Mit einem klaren Bekenntnis zu Frauen in der Kunst schlägt das Belvedere für das kommende Jahr einen programmatischen Ton an. Das Ausstellungsprogramm setzt nicht nur auf historische Neubewertungen, sondern rückt vor allem zeitgenössische Positionen weiblicher Künstlerinnen ins Zentrum. Noch in der Phase der Organisation befinden sich das geplante Visitor Center ebenso wie die viel gelobte Zusammenführung mit dem Kulturbetrieb der Neuen Residenz in Salzburg.

Auch hinter den Kulissen ist Bewegung spürbar. Der Kulturbetrieb steht vor strukturellen Veränderungen, Investitionen inklusive. Das geplante Visitor Center gewinnt an Kontur, die voraussichtlichen Kosten dieses Projekts belaufen sich auf rund 37,8 Millionen Euro. Wolfgang Bergmann, wirtschaftlicher Geschäftsführer des Belvedere, verweist auf die solide finanzielle Lage des Hauses – auch wenn man weiterhin auf Unterstützung durch den Bund hofft. Dass diese nicht ohne bürokratische Schleifen zu haben ist, versteht sich fast von selbst. Der Bau des Centers soll 2027 starten und mit einer unsicheren Prognose im Jahr 2028 fertiggestellt werden.

Kooperation und weibliche Perspektiven

In Salzburg zeigt das Belvedere Teamgeist und sucht gemeinsam mit der Neuen Residenz nach neuen kuratorischen Formaten und institutionellen Allianzen. Das Projekt ist bereits seit 12. November 2024 in vollem Gange. In diesem Jahr soll der Rohbau des modernen Kulturareals in der Mozartstadt stehen. Sobald der auffällige Lichtbrunnen und andere architektonische Highlights stehen, kann im Herbst 2027 hoffentlich planmäßig eröffnet werden.

Belvedere

Ein feministischer Höhepunkt des Ausstellungsjahres 2026 kündigt sich für November an: "Feminist Futures Forever" (ab 5. November) will feministische Kunst nicht als marginale Fußnote verstanden wissen, sondern als treibende Kraft künstlerischer Diskurse – gestern, heute und morgen, international und generationenübergreifend gedacht.

Die Highlights 2026

Zu den markanten Positionen des Programms zählt auch Erna Rosenstein. In ihrer Arbeit "Jenseits der Stille" verarbeitet die Künstlerin mit jüdischem Hintergrund die Erfahrungen von Verfolgung und Trauma. Ab 3. Juli zieren ihre Werke die Ausstellungsräume des Unteren Belvedere. Einen weiteren Akzent setzt das Belvedere 21 mit der ersten Ausstellung zu den Malereien der US-amerikanischen Künstlerin Sue Williams, deren Werke Körper- und Machtverhältnisse offenlegen – zu sehen ab dem 20. Februar. Mit der Künstlerin Miao Ying rücken Mitte des Jahres (ab 26. Juni) außerdem Fragen zu KI ins Zentrum. Etwas früher, im März dieses Jahres, startet außerdem die Serie "Carlone Contemporary", die Werke von Herman de vries und Asta Gröting im Oberen Belvedere zeigt.

So positioniert sich das Belvedere einmal mehr nicht nur als Hüter eines reichen Erbes, sondern als aktiver Akteur eines zeitgenössischen feministischen Kunstverständnisses.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 08.01.2026, 15:26, 08.01.2026, 15:06
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