11.800 gekaufte Lego-Steine, davon knapp 5.000 letztendlich verbaut, über vier Monate Bauzeit und zwei Hobby-Architekten: Manfred Kasper (65) wagte sich gemeinsam mit seinem Enkel Keanu (10) an ein Mega-Projekt. Für "Lego Ideas" entwarf er eine möglichst originalgetreue Kopie von Schloss Schönbrunn.
Der 65-Jährige aus Wien-Penzing entdeckte seine Lego-Leidenschaft erst vor rund sieben Jahren: "Keanu war damals drei Jahre alt. Wir haben begonnen, gemeinsam Lego-Sets zu bauen – in unterschiedlichsten Altersklassen. 2024 haben wir dann 'Lego Architecture' entdeckt. Da waren tolle Sachen dabei wie die Kathedrale Notre-Dame, das Weiße Haus oder der Taj Mahal", erzählt Kasper im "Heute"-Gespräch.
40 bis 50 Lego-Sets hat das Opa-Enkel-Duo in den vergangenen fünf Jahren zusammengesetzt. Die Beschäftigung mit den "Lego Architecture"-Sets und der "Lego Ideas"-Seite (hier können eigene Sets präsentiert werden, Anm.) brachte den Pensionisten schließlich auf die Idee, ein eigenes Projekt zu realisieren: "Keanu und ich sind dann sehr schnell zu dem Schluss gekommen, dass das Schloss Schönbrunn ideal ist. Es ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Wien, der Bau ist anspruchsvoll und vielschichtig", erklärt Kasper.
Im Oktober 2024 wurde mit der Planung begonnen: "Die längste Phase ist immer die Planung. Da müssen Fragen wie 'Wie sieht der Grundriss aus?' oder 'Wie viele Steine benötigt man?' geklärt werden", meint der 65-Jährige. Anschließend bestellte der Wiener die ersten Lego-Steine, ab Ende November 2024 wurde dann fleißig gebaut.
"Wir wollten so nah wie möglich am Original bleiben. Das war natürlich eine Herausforderung, weil wir auf bestehende Lego-Steine angewiesen waren. Das Schwierigste war das Dach, das hat lange gedauert, weil wir es immer wieder umbauen mussten", meint Kasper. Im heurigen März war der detailreiche Prototyp – er kann derzeit im Ticket Center von Schloss Schönbrunn bestaunt werden – dann fertig: allerdings mit zu vielen Lego-Steinen.
Denn der Wiener und sein Enkel hatten 6.800 Steine verbaut – laut "Lego Ideas" dürfen aber nur 5.000 Steine verwendet werden: "Wir mussten daher um rund 2.000 Steine reduzieren. Es gab dann auch noch ein, zwei Korrekturen, aber schließlich wurde unser Modell von 'Lego Ideas' angenommen."
Seit Juli ist das 110 Zentimeter lange und 44 Zentimeter breite Modell auf der "Lego Ideas"-Seite zu bewundern – rund 1.900 Unterstützer gibt es auch schon: "Die nächste Hürde wären 5.000 Supporter. Aber erst mit 10.000 Stimmen geht das Modell dann in die Lego-Prüfung. Danach wird entschieden, ob es als offizielles Lego-Set umsetzbar ist oder nicht", meint Kasper.
Insgesamt 11.800 Lego-Steine hat der Pensionist für das Modell erworben – Kostenpunkt: 1.470 Euro. Doch für Kasper ist noch lange nicht Schluss, er ist auf den Geschmack gekommen: "Ich habe jetzt auch die Karlskirche, das Schloss Belvedere, die Gloriette und die Staatsoper nachgebaut – die Oper hat über 8.000 Steine und ist 40 Zentimeter hoch! Im Jänner fange ich dann mit dem Naturhistorischen und dem Kunsthistorischen Museum samt Maria-Theresien-Platz an", schwärmt Kasper.