Seit September 2025 ist der Wiener Pensionist Karl P. (Name geändert, Anm.) mit den Nerven am Ende. Nachdem er bei der Wien Energie seinen Stromtarif gewechselt hatte, herrscht Chaos. Weder eine Generalabrechnung, noch eine Verbrauchsstatistik oder Monatsbeiträge wurden ihm bisher mitgeteilt – nun fürchtet er, schon bald wortwörtlich im Dunkeln zu sitzen.
"Ich will meinen Strom ja bezahlen", klagt der Wiener. Mehrere Male hatte er bereits versucht, die Wien Energie wegen des Problems zu kontaktieren – vernünftige Antworten auf seine Fragen habe er bisher keine erhalten. Das EDV-System der Wiener Netze sei in Umstellung, Herr P. müsse sich keine Sorgen machen – alles sei "im grünen Bereich".
Drei Monate lang leistete P. nun Akonto-Zahlungen an die Wien Energie, in der Hoffnung, seine größte Angst so verhindern zu können. "Die können mir sonst doch mit einem Knopfdruck den Strom abstellen", fürchtet sich der über 60-Jährige. "Langsam nagt das schon sehr an meinen Nerven", erzählt er gegenüber "Heute". Besonders bereiten ihm die Feiertage Sorgen – keinesfalls möchte P. zu dieser Zeit ohne Strom zu Hause sitzen.
"Heute" erkundigt sich bei der Wien Energie, was es mit Herrn P.s Rechnungen auf sich hat. Das Ergebnis: Bei dem Wiener sei nichts Auffälliges festzustellen. "Die Jahresabrechnung des Kunden wurde Anfang Dezember erstellt und ihm per Post zugestellt", heißt es. Im Falle eines Fehlers wolle man zeitnahe mit Herrn P. Kontakt aufnehmen.
Teilbeträge seien in den letzten zwei Monaten vor der Jahresabrechnung üblicherweise nicht mehr fällig. In diesem Zeitraum liest der Netzbetreiber die Verbräuche ab und übermittelt sie dem Energielieferanten, damit dieser die Jahresabrechnung erstellen kann – das habe der Kundenservice Herrn P. mitgeteilt. Stromabschaltung scheint also keine zu drohen.