Wer im deutschen Frankfurt am Main künftig auf Busspuren oder vor Haltestellen parkt, könnte bald unliebsame Post bekommen – samt Foto. Denn in der deutschen Finanzmetropole läuft derzeit ein Pilotprojekt, bei dem Busse des öffentlichen Verkehrs mit Kameras ausgestattet werden. Ziel: Falschparker schneller erfassen und Bußgelder effizienter verhängen.
Das Prinzip ist simpel: Wenn ein Auto auf der Busspur steht oder an einer Haltestelle den Linienverkehr blockiert, drücken die Lenker im Cockpit auf einen Knopf. Die Kamera macht ein Foto, das direkt an die städtische Bußgeldstelle übermittelt wird. Dazu prangt auf den Fahrzeugen der deutliche Hinweis: "Sie parken falsch, wir kommen zu spät."
Die Stadt verspricht sich von der Maßnahme mehr Disziplin bei Autofahrern – und pünktlichere Öffis. Bereits ab Mitte 2026 sollen auch Frankfurter Straßenbahnen mit dem System ausgestattet werden. In Wiesbaden läuft ein ähnliches Projekt schon seit dem Sommer 2024.
In Wien ist so ein digitales Auge im Bus bislang kein Thema. Auf "Heute"-Anfrage erklären die Wiener Linien: "Wenn Autos in unseren Haltestellen parken oder zu weit in die Fahrbahn ragen, informieren die Busfahrer unsere Leitstelle, die einen Funkwagen zur betroffenen Stelle schicken. Die Mitarbeiter*innen der Betriebsaufsicht nehmen dann vor Ort die Daten des Falschparkers auf."
Eine Umrüstung der rund 450 Wiener Linien-Busse wäre mit hohem technischem und finanziellem Aufwand verbunden. Man setzt hierzulande also weiter auf analoge Kontrolle statt automatisierter Kameraüberwachung.
Von 1.528 Fällen im Jahr 2024 betreffen 939 die Straßenbahn. Im Gegensatz zum Bus kann sie nicht einfach ausweichen. "Selbst nach der Entfernung des falschparkenden Fahrzeugs dauert es oft sehr lange, bis gewohnte Intervalle für unsere Fahrgäste wieder eingehalten werden können", so die Wiener Linien. Ein Blick zurück: 2010 gab es noch 3.600 Öffi-Verparker, 2020 waren es 1.649. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl bei rund 1.500 eingependelt, diese soll aber weiter drastisch reduziert werden.
Schon 2023 wurde die Strafe für das Blockieren einer Bim deshalb erhöht, und zwar von 128 auf 365 Euro. Nicht zufällig war das genau der Betrag einer Jahreskarte. 2026 wird dieser aber massiv verteuert – und so steigt auch die Strafe für Falschparker. Mit Jahreswechsel zahlt man dann also 467 Euro plus die Kosten für Feuerwehr und Abschleppunternehmen.