Besonderer Meteorit in Tirol entdeckt – Forscher jubeln

Der außergewöhnliche Meteoriten-Fund beschäftigt die Forscher der Universität Innsbruck.
Der außergewöhnliche Meteoriten-Fund beschäftigt die Forscher der Universität Innsbruck.Universität Innsbruck
Der vier Kilo schwere Brocken wurde ganz in der Nähe von Innsbruck entdeckt. Forscher erhoffen sich nun Einblicke in die Entstehung des Sonnensystems. 

Dass sich ein vermeintlicher Meteoriten-Fund in Österreich verifizieren lässt, kommt laut Jürgen Konzett vom Institut für Mineralogie und Petrographie an der Universität Innsbruck nicht oft vor. Insgesamt zählte man bundesweit in den letzten 250 Jahren erst neun Meteoritenfunde.

Das "rundliche, metallisch glänzende Objekt", das der anonyme Finder vor einigen Tagen ans Institut brachte, habe aber keine Zweifel offengelassen. Aufgrund seiner Oberflächenstruktur konnte der Findling von den Experten schon auf den ersten Blick als Meteorit erkannt werden.

Echtheitsbeweis

Um den wissenschaftlichen Beweis anzutreten und um weitere Analysen durchführen zu können, haben die Wissenschaftler eine Probe des Meteoriten genommen. Zunächst wurden mit Salpetersäure an diesem Stück die sogenannten Widmanstättenschen Figuren sichtbar gemacht.

Es handelt sich dabei um rautenförmige Strukturen, die ein charakteristisches Merkmal von Eisenmeteoriten und ein zweifelsfreier Beweis seiner Echtheit sind. "Dieses Muster kann im Labor oder künstlich nicht produziert werden, weil für die Entstehung viele Millionen Jahre Zeit erforderlich sind", erklärt Konzett.

Kosmische Zeitkapseln

Meteoriten sind mit wenigen Ausnahmen so alt wie unser Sonnensystem selbst, also etwa 4,55 Milliarden Jahre. Wie lange der nun gefundene bereits auf der Erde liegt, ist unklar. Für Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen sind Meteoriten wie eine Zeitkapsel, die Informationen über die Prozesse der Geburt unseres Sonnensystems beinhaltet.

"Das sind Informationen, die man aus keinem irdischen Gestein beziehen kann", erklärt der Mineraloge. Abgesehen von ihren Forschungsinteressen bewegt auch die Experten eine ganz alltägliche Freude: "Das Gefühl, etwas in den Händen zu halten, das Milliarden Jahre im Weltall unterwegs war, ist schon etwas Besonderes."

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