Betrüger lockten Unternehmer 888.000 Euro heraus

Gerald Sakoparnig vom LKA macht Jagd auf die fiesen Kautionstrick-Betrüger.
Gerald Sakoparnig vom LKA macht Jagd auf die fiesen Kautionstrick-Betrüger.Mike Wolf
Das ist kaum zu glauben! Ein Unternehmer aus OÖ wollte sein Vermögen im Netz veranlagen. Nun ist er 888.000 € los. Von den Betrügern fehlt jede Spur.

Fast eine Million Euro, exakt 888.000 Euro, hat ein Unternehmer aus dem Bezirk Wels-Land verloren, weil er Internet-Betrügern vertraut hatte. 

Dabei hat alles noch ganz harmlos begonnen. Der 50-Jährige registrierte sich auf einer Plattform, die sich um die Veranlagung seines Ersparten kümmern sollte. Dafür war eine Gebühr in Höhe von 250 Euro nötig. 

Schon kurze Zeit später meldete sich ein angeblicher Börsenexperte und überzeugte ihn von den ersten Zahlungen. Der Oberösterreicher erhielt Zugang zu einer Internetseite, wo er verfolgen konnte, wie sich sein Geld vermehrte. Es gab aber auch Rückschläge.

Und dann ließ auch der nächste Anruf eines "Experten" bei dem Opfer nicht lange auf sich warten. "Um den Verlust zur Gänze wieder reinzuholen, drängt der Anrufer zu einer neuen Veranlagung, zu einem neuen Geschäft auf der Börse. Der Betrüger lockt damit, dass man dann nicht nur den Verlust wieder eingespielt hat, sondern auch noch einen weiteren Gewinn macht", so Gerald Skoparnig vom Landeskriminalamt OÖ.

200.000 Euro auf einmal überwiesen

Der 50-Jährige ließ sich überzeugen und überwies in den folgenden zwei Monaten immer wieder und wieder. Laut Polizei sogar 200.000 Euro auf einmal. Erst danach wurde ihm klar, dass er Betrügern aufgesessen war. 

Laut Kriminalist Sakoparnig hätte sich diese Form des Betrugs im vergangenen Jahr rasch ausgebreitet. Hauptgrund: Aufgrund der COVID-Beschränkungen verbringen die Menschen viel mehr Zeit vor dem Computer. Dabei seien sie vermehrt auf Lockangebote dieser Art gestoßen.

"Im letzten Jahr gab es in Oberösterreich sicher an die 50 Fälle dieser Art", weiß Sakoparnig. Alleine vergangenen November wurden in nur zwei Wochen sieben Fälle mit einer Schadenssumme von 2,5 Millionen Euro angezeigt. 

Das Geld landet auf ausländischen Konten und ist weg.

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