Bikermord: Liebe zu Haustieren war Todesurteil für Frau

Mordopfer Alexandra K. (re.) und der tatverdächtige Alex C.
Mordopfer Alexandra K. (re.) und der tatverdächtige Alex C.(Bild: privat, Thomas Lenger)
Am Donnerstag muss sich Alexander C. für den mutmaßlichen Mord an Alexandra K. verantworten. Laut Anklage gibt es einige schauderhafte Details.

Alexander C. wurde im März 1966 in Wien geboren, hatte eine schwierige, leidgeplagte Kindheit, besuchte acht Jahre lang eine Sonderschule. Der seit seiner Jugend Staatenlose hat aus erste Ehe drei erwachsene Kinder, ist geschieden. Der Biker brachte es bis 2009 auf 23 Vorstrafen, davon zwölf einschlägig. Er hat keine Schulden, bezog in den letzten Jahren laut Anklage rund 600 Euro im Monat vom Staat. 

Zehn Jahre straffrei

Erst als er im Jahr 2005 Alexandra K. (48) kennen und lieben lernte, verabschiedete er sich langsam von seinem kriminellen Leben. Seit 2007 lebte er mit ihr in einem gemieteten Reihenhaus in Neudorf im Weinviertel (besser bekannt unter dem alten Namen Neudorf bei Staatz; Bezirk Mistelbach) und bekam eben 2009 seine letzte Haftstrafe (Anm.: wegen Drogendelikten). Dann war er immerhin zehn Jahre lang straffrei.

Half er nie im Haushalt?

Doch zuletzt soll es vermehrt zu Beziehungs-Streitigkeiten gekommen sein, er soll laut Anklage nie im Haushalt geholfen haben. Laut Angeklagtem durfte er aber im Haushalt nichts tun und gar nicht helfen. Er soll zuletzt viel getrunken und reichlich "Gras" geraucht haben. Den Stoff baute er im Reihenhaus selbst an. Sie sprach laut Anklage zuletzt immer wieder von einer Trennung, brachte ihn aber nicht aus dem Haus. 

Saufen mit besonderem Messer

Kurz vor dem Tod beendete die Blondine die Beziehung, hatte online, nur wenige Wochen vor ihrem Tod, eine neue Liebe in Mannheim (Deutschland) gefunden ("Heute" berichtete). Sie suchte für Alexander C. sogar intensiv eine Wohnung, wollte dafür sogar Teile des Erbes ihres Vaters opfern – einfach nur, um ihn los zu werden. Zwei Tage vor dem Gewaltverbrechen rief sie ihre Schwester an und sagte sinngemäß: "Er liegt nur besoffen auf der Couch, dreht komplett durch und das "besondere Messer" liegt am Tisch." 

Sie kam wegen Tiere ins Haus retour

Am Tattag, dem 8. Dezember 2020, verließ die 48-Jährige um 14 Uhr das Haus, rief um 16 Uhr ihre Tochter an und sagte, dass sie Angst hätte, ins Haus zurückzukehren. Zudem hätte er ihr das alte Handy sowie den Zweitschlüssel fürs Auto abgenommen. Doch um ihre Haustiere zu versorgen und nach den Viecherln zu sehen, fuhr Alexandra K. am Abend trotz Furcht ins Haus – ihr Todesurteil. 

In der Folge soll es laut Anklage zu einem heftigen Streit gekommen sein. Der schwer betrunkene und eingerauchte 53-Jährige (heute ist er 54, Anm.) soll mit einem Messer (15 Zentimeter lange Klinge) sechs Mal wuchtig und intensiv auf seine Ex-Partnerin eingestochen haben. Die 48-Jährige hatte keine Chance, erlitt unter anderem zwei Herzdurchstiche und verblutete hilflos. Nach der Bluttat fügte sich der 53-Jährige selbst oberflächliche Schnittverletzungen an den Armen und im Bauchbereich zu.

Neuer Lover rief Polizei

Am Abend rief schließlich der besorgte Neue aus Deutschland bei der Polizei Laa an der Thaya an und äußerste seine schlimmen Befürchtungen. 

Killer lag auf Leiche

Die Exekutive kam der Bitte des Mannheimers nach und wollte Nachschau halten, doch niemand öffnete die Türe in Neudorf. Also kletterten die Beamten um 21.10 Uhr übers Badezimmerfenster ins Reihenhaus und fanden laut Anklage Alexander C. teils auf der Leiche liegend, sich bewusstlos stellend, vor. Doch dann soll sich der Biker aggressiv und unkooperativ verhalten und die Beamten angeherrscht haben: "Ihr sechts eh, wos passiert is. Des do, des hob i g'mocht."

Schwerarbeit für Anwalt

Alexander C. wurde festgenommen und in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert. Der Mann für besonds schwierige Fälle, Manfred Arbacher-Stöger, übernahm die Verteidigung des mutmaßlichen Killers. Laut Gutachten hatte der Verdächtige bei der Tat gut zwei Promille Alkohol im Blut (Schwankungsbreite +/-0,55 Promille) und war völlig bekifft. Der Staatenlos zeigte sich bei den Einvernahmen tatsachengeständig. Manfred Arbacher-Stöger spricht von Totschlag oder sogar einer Tat im Zustand der vollen Berauschung ("Heute" berichtete).

Dem jetzt 54-jährigen Biker droht am Donnerstag beim Geschworenenprozess am Landesgericht Korneuburg eine lebenslange Haftstrafe, auf Verteidiger Arbacher-Stöger wartet somit Schwerarbeit. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Noch zwei Mordprozesse

Übrigens: Überhaupt steht NÖ eine mörderische Woche aus gerichtlicher Sicht bevor. Denn bereits am morgigen Dienstag soll Rene F. (40) für den mutmaßlichen Mord an einer Filialleiterin (52) am EKZ-Parkplatz Amstetten im Mai 2019 ein Urteil am Landesgericht St. Pölten erhalten - mehr dazu hier.

Gleichzeitig startet in Wr. Neustadt der Prozess gegen Dreifachkiller Samet A. Der 31-jährige HTL-Absolvent soll im Oktober 2019 seine Frau (29), Tochter (2) und Sohn (11 Monate) ermordet haben ("Heute" berichtete). Doch Samet A. soll nicht diesen, sondern erst nächsten Dienstag (8.9.), ein Urteil erhalten. "Heute" hat über beide Fälle ausführlich berichtet und wird dies auch bei den Prozessen.

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