Dunkle Wolken über dem Verteilerkreis! Die Wiener Austria veröffentlichte am Montag ihren Geschäftsbericht der abgelaufenen Saison. Die Zahlen sind erschreckend. Mit einem Minus von 18,84 Millionen Euro zwischen Juli 2019 und Juni 2020 sind die Veilchen mit enormem Abstand auf dem letzten Platz der Bilanz-Tabelle der Liga.
Sturm Graz hat mit einem Minus von 1,2 Millionen Euro den zweitschlechtesten Wert. Die finanzielle Lage ist angesichts der tiefroten Zahlen der Austria bei den Blackys aber noch geradezu rosig.
Die Corona-Krise kann also nicht der alleinige Grund für das schlechte Ergebnis der Wiener sein. Lokalrivale Rapid verzeichnete beispielsweise ein Minus von 199.000 Euro. Während sich Salzburg, der LASK und Wolfsberg über satte Gewinne freuen durften.
Im Gegensatz zu den Wiener Klubs spielte das Trio in der vergangenen Saison im Europacup. Die Bullen standen sogar erstmals in der Champions-League-Gruppenphase. Das, gemeinsam mit 120 Transfer-Millionen, sorgte für ein Rekordplus von 40,4 Millionen Euro Gewinn und einen Umsatz von unglaublichen 183 Millionen.
Der LASK freut sich über ein Plus von 4,3 Millionen. Obwohl die Gehälter von 7,7 auf 14,6 Millionen erhöht wurden, wurde der Umsatz von 15,3 auf 34,27 Millionen mehr als verdoppelt. Die Linzer schafften es bis ins Achtelfinale der Europa League.
Zurück zu den Veilchen. Bei der Austria fehlen die Einnahmen im Europacup. Dass sich das in absehbarer Zeit ändern könnte, ist im Hinblick auf die sportlichen Leistungen nicht absehbar (Platz acht in der Bundesliga). Der Stadionneubau und der Verlust der Sponsoreneinnahmen haben den Klub in eine gefährliche Lage gebracht. Die Suche nach einem neuen Trikotsponsor, vor allem aber einem Investor, der Millionen in den Verein pumpen soll, läuft seit Monaten – bisher ohne Ergebnis.
Hier die Details und Stellungnahmen zum Bilanzergebnis der Austria.
Anlass zur Sorge gibt auch die Lage beim spusu SKN St. Pölten. Mit einem Minus von 410.000 Euro liegen die Niederösterreicher auf dem drittletzten Platz. Das Eigenkapital beträgt minus 1,29 Millionen. Die Bilanz der Admira (+/- 0) wurde übrigens vom satten Transfergewinn durch den Verkauf von Sasa Kalajdzic an den VfB Stuttgart aufpoliert. Die Südstädter nahmen 2,5 Millionen für den Stürmer ein.