Es waren Szenen von unfassbarer Brutalität: Ein 30-jähriger Mühlviertler ging am 15. April mit einer Axt auf einen Sicherheitsmitarbeiter (40) der Raiffeisenlandesbank los. Die Attacke passierte direkt vor dem Lokal "MA 28" am Linzer Südbahnhofmarkt.
Der Security-Mitarbeiter wurde mehrmals am Kopf getroffen und lebensgefährlich verletzt. Lokalbetreiber Gernot Landsfried griff sofort ein. "Er hat ihm mit der Axt etliche Male mit der Schneidseite auf den Kopf geschlagen. Da bin ich dazwischen", schilderte der Wirt damals gegenüber "Heute".
Landsfried stellte sich dem Angreifer entgegen und verhinderte damit wohl weitere Schläge. Andere Marktbesucher versorgten das schwer verletzte Opfer. Der Täter lief davon, warf die Axt auf der Flucht weg und wurde kurz darauf von Polizisten angehalten.
Die Tat ist mittlerweile vier Monate her. Für den 58-Jährigen ist sie aber längst nicht vorbei. Wie Landsfried nun gegenüber der "Krone" berichtet, leidet er weiterhin unter den Erinnerungen an den Angriff.
Vor allem nachts würden die Bilder zurückkehren. "Ich bin wie in einer unendlichen Schleife, alles spielt sich wie in einem Film ab", wird der Wirt zitiert. Er wache immer wieder auf und müsse die Szenen im Kopf erneut durchleben.
Besonders belastend: Sein Arbeitsplatz ist der Tatort. Landsfried muss daher täglich an jene Stelle zurückkehren, an der der Security-Mitarbeiter niedergeschlagen wurde. Nach dem Angriff sei der Lebensretter mit den psychischen Folgen weitgehend auf sich allein gestellt gewesen.
Niemand habe ihm unmittelbar erklärt, an welche Stelle er sich für professionelle Hilfe wenden könne. Zudem habe ihm die Staatsanwaltschaft Linz den Opferanspruch verwehrt. Finanzielle Interessen stünden für ihn nicht im Vordergrund, betont der 58-Jährige. Er wolle vor allem die schrecklichen Erinnerungen loswerden. Derzeit versuche er, mit Schlaftabletten zur Ruhe zu kommen – allerdings nur mit mäßigem Erfolg.