Krebsreport 2023

Bis 2030: Diese Krebserkrankungen werden weiter steigen

Jährlich erkranken etwa 45.000 Menschen in Österreich an Krebs, rund 400.000 leben mit einer Krebsdiagnose. Diese Zahl wird noch weiter steigen.

Heute Life
Bis 2030: Diese Krebserkrankungen werden weiter steigen
Brustkrebs war 2022 die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen. Die häufigste war Lungenkrebs.
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Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Krebskranken in Österreich voraussichtlich auf 460.000 steigen, "das sind um 15 Prozent mehr als 2022", erklärte jetzt Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas im Vorfeld des Weltkrebstags am 4. Februar. Während bei vielen  bösartigen Tumoren im Magen, Darm, der Lunge bei Männern, Niere und Blase das Erkrankungsrisiko laufend zurückgehe, verhält es sich beim beim Prostatakrebs sowie beim Lungenkrebs von Frauen anders – sie steigen an.

Aktuell erkranken jedes Jahr etwa 45.000 Menschen in Österreich an Krebs, rund 400.000 leben mit einer Krebsdiagnose. Die Anzahl der mit einer Krebsdiagnose lebenden Menschen wird sich bis 2030 auf knapp 460.000 erhöhen.

Brust- und Prostatatumore werden am häufigsten diagnostiziert

Die Zahl der Prostatakrebs-Fälle weise eine "massive Zunahme" auf, so Monika Hackl von Statistik Austria, Leiterin des Nationalen Krebsregisters, bei der Vorstellung des "Krebsreport 2023" in Wien. Auf eine starke Zunahme zwischen 1993 und 2003 folgte ein starker Rückgang bis 2013. Seit 2015 kam es wieder zu einem Anstieg der Erkrankungsraten.

2022 wurde bei 20.683 Frauen und 24.081 Männern Krebs festgestellt. Die häufigsten Diagnosen waren bösartige Tumore der Brust bei Frauen (6.096 Fälle) und bösartige Tumore der Prostata bei Männern (7.000 Fälle), gefolgt von bösartigen Tumoren der Lunge (5.203 Fälle, beide Geschlechter) und bösartigen Tumoren des Dickdarms bzw. Enddarms (4.467 Fälle). Auf Brustkrebs entfielen 2022 16 Prozent aller Krebssterbefälle und war damit die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Prostatakrebs war für etwa jeden achten Krebstodesfall (13 Prozent) bei Männern verantwortlich.

Männer und Frauen starben am häufigsten an Lungenkrebs

Lungenkrebs stand 2022 mit 2.302 Fällen (11 Prozent) bei Frauen und 2.901 Fällen (12 Prozent) bei Männern jeweils an zweiter Stelle der Krebsneuerkrankungen. Mit etwa jedem fünften Krebssterbefall nahm Lungenkrebs bei Männern den ersten Rang unter den krebsbedingten Todesursachen ein (21 Prozent), bei Frauen stand er nun auch (knapp vor Brustkrebs) an erster Stelle (18 bzw. 16 Prozent). Nach einer starken Zunahme sei das Erkrankungsrisiko bei Frauen seit 2016 "relativ stabil", bei Männern ist es "seit Jahren rückläufig".

Die dritthäufigste Lokalisation bei den Neuerkrankungen 2022 war Dickdarmkrebs mit 2.028 Fällen (10 Prozent) bei Frauen und 2.439 Fällen (zehn Prozent) bei Männern. Er war auch für knapp zehn Prozent der Krebssterbefälle verantwortlich. Das Risiko einer Darmkrebserkrankung ist für Frauen deutlich geringer als für Männer und sank in den vergangenen Jahren für Männer etwas stärker als für Frauen. Derselbe Rückgang sei auch bei den Sterberaten sichtbar.

Überleben mit Krebs

Dass die Krebserkrankungen insgesamt von Jahr zu Jahr ansteigen, liegt laut Statistik Austria auch an der Alterung der Bevölkerung, denn Alter ist einer der größten Risikofaktoren. Bis 2030 dürfte die Zahl der Bevölkerung im Alter von 75 plus im Vergleich zu 2020 um 16 Prozent wachsen, bis 2040 um knapp 60 Prozent.

Das relative Fünf-Jahres-Überleben liegt in der Diagnoseperiode 2014 bis 2018 im Mittel bei rund 62 Prozent. "Das heißt, der Überlebensnachteil von Personen mit einer Krebserkrankung liegt im Vergleich zur Gesamtbevölkerung bei 38 Prozent", so Statistik Austria. Gute Prognosen haben vor allem Krebserkrankungen an Hoden, Schilddrüse und Prostata, bösartige Tumoren der Lunge, der Speiseröhre, der Leber und der Bauchspeicheldrüse haben hingegen eine schlechte bzw. sehr schlechte Prognose.

red
Akt.