Der Lockdown in Deutschland könnte einem Zeitungsbericht zufolge bis zum 24. oder 31. Januar verlängert werden. Dies berichtet die "Bild" unter Berufung auf eine Videoschaltkonferenz zwischen Kanzleramtschef Helge Braun und den Staatskanzlei-Chefs der Bundesländer. Das Kanzleramt dringe auch darauf, die Schulen über den 10. Januar hinaus zu schließen. Dazu herrsche unter den Bundesländern aber Uneinigkeit.
Am 13. Dezember hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, weite Teile des Einzelhandels zu schließen. Diese Geschäfte sollen auch nach dem 10. Januar geschlossen bleiben. Restaurants und Hotels sollen ebenfalls noch nicht öffnen dürfen.
Verschiedene deutsche Politiker sprachen sich am Donnerstag gegen vorzeitige Lockerungen der Corona-Maßnahmen aus. So sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans gegenüber der Düsseldorfer "Rheinischen Post": "Der Lockdown ist und war notwendig, und er muss wohl auch Anfang Januar verlängert werden."
Zudem appellierte er, sich nicht von den aktuellen Corona-Infektionszahlen täuschen zu lassen. Die Zahlen hätten "Feiertagssymptome", da sich über Weihnachten und Silvester weniger Menschen testen ließen.
Auch die Ko-Vorsitzende der SPD, Saskia Esken, erteilt Lockerungen Mitte Januar eine Absage. "Ich glaube nicht, dass wir Zahlen haben werden, die uns Lockerungen im Januar erlauben", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir haben fast alle die zweite Infektionswelle unterschätzt", so Esken weiter.
Noch immer verzeichnen die deutschen Spitäler eine steigende Belegung mit Covid-19-Patienten, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Mittlerweile seien es etwa doppelt so viele wie in der ersten Welle. Man rechne damit, dass die Zahlen frühestens ab Mitte Januar zurückgingen, wenn der Lockdown wirke.
Auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner deutete auf Twitter eine Verlängerung in Österreich an.