Am Donnerstagabend stürzte in Riga das Dach und weitere Teile eines erst im Jahr 2011 erbauten Supermarkts ein, zahlreiche Menschen wurden unter den Trümmern begraben. Die Tragödie hat mindestens 51 Todesopfer gefordert, auch drei Feuerwehrleute starben im Dienst. Die Polizei ermittelt.
Am Donnerstagabend stürzte in Riga das Dach und weitere Teile eines erst im Jahr 2011 erbauten Supermarkts ein, zahlreiche Menschen wurden unter den Trümmern begraben. Die Tragödie hat mindestens 51 Todesopfer gefordert, auch drei Feuerwehrleute starben im Dienst. Die Polizei ermittelt.
Nach dem verheerenden Unglück im "Maxima"-Supermarkt suchen Einsatzkräfte und Soldaten noch immer nach Verschütteten. 51 Tote wurden bereits gefunden, darunter befinden sich auch drei Feuerwehrleute. Sieben Floriani-Jünger wurden außerdem verletzt. Dutzende Menschen werden in Krankenhäusern behandelt. Am Samstag hat eine dreitägige Staatstrauer begonnen. Die Bergungsarbeiten mussten Samstag abends wegen Einsturzgefahr bis Sonntag unterbrochen werden.
Dach löste Kettenreaktion aus
Das Unglück nahm vom Dach aus seinen Lauf. Als dieses auf einer Fläche von 500 Quadratmetern einstürzte, fiel das gesamte Gebäude laut Bürgermeister Andris Ameriks "wie ein Kartenhaus" zusammen. "Von allen Seiten brach alles zusammen – von der Decke, den Wänden", schilderte eine Kundin, die überlebte. Zeugen berichteten von einem Alarmsignal vor dem Einsturz. Trotz des Feueralarms ist das Gebäude nicht evakuiert worden.
Das Unglück ereignete sich, als gerade viele Menschen auf dem Weg nach Hause Einkäufe erledigten. 30 Menschen werden noch vermisst, könnten noch unter den Trümmern liegen. Die Autos der Vermissten stehen teilweise vor dem eingestürzten Gebäude. Der Hilfseinsatz ist äußerst gefährlich, jederzeit können noch stehende Gebäudeteile auf die Retter stürzen.
Mit Kränen und schwerem Gerät werden die Trümmer zur Seite geschaffen. Immer wieder unterbrechen die Helfer die Arbeiten, um mögliche Stimmen oder Klingeltöne hören zu können.
Verstoß gegen die Bauarbeiten?
Es hätte gar nicht so weit kommen dürfen. Als möglicher Grund für die Katstrophe werden Bauarbeiten für einen Wintergarten am Dach des Gebäudes genannt. Die Polizei ermittelt. Es gibt Anzeichen dafür, dass gegen die Bauvorschriften verstoßen worden ist. Innenminister Rihards Kozlovkis sprach von einem "tragischen und schwarzen Tag in der Geschichte Lettlands".