Das Linzer Fußball-Herz brach am Donnerstagabend in der dritten Runde der Europa League in der 94. Spielminute. Der LASK kassierte in der letzten Minute der Nachspielzeit gegen den belgischen Tabellenführer Union Saint-Gilloise den Treffer zum 1:2-Endstand. Moses Usor hatte die Österreicher in Führung gebracht (24.), ein Foul-Elfmeter zum späten Ausgleich geführt (84.). Zehn Minuten später standen die Gäste mit gänzlich leeren Händen da.
Der LASK muss damit weiter auf den ersten Sieg und Punkte in der Gruppenphase warten, liegt mit null Zählern auf Rang vier der starken Gruppe. Liverpool, das Toulouse parallel 5:1 schlug, führt mit der maximalen Punkteausbeute, gefolgt von den Franzosen mit vier, Saint-Gilloise mit drei Punkten. Die ersten beiden Teams überwintern in der Europa League, der Gruppendritte spielt in der Conference League weiter, der Vierte scheidet aus.
Dabei begann für die im ungeliebten Pink des Hauptsponsors gekleideten Linzer in Belgien alles nach Maß. Moses Usor schoss nach Maßflanke von Filip Stojkovic in der 24. Minute akrobatisch im Sprung ein. Obwohl schon in Halbzeit eins die hohe Geschwindigkeit der gegnerischen Angreifer ins Auge stach, verlor der LASK nur ein Mal die Kontrolle. Der vermeintliche Ausgleich zählte nach Video-Studium aufgrund eines Foulspiels an Sascha Horvath nicht.
Nach dem Seitenwechsel wuchs der Druck der Gastgeber aber stetig. Mit Fortdauer der Partie wurde deutlich, dass die Linzer mit dem hohen Tempo der Offensiven nicht mehr mitgehen konnte. So führten zwei Zweikämpfe, in denen jeweils Spieler des LASKs zu spät kamen, zu den bitteren Gegentreffern.
Felix Luckeneder grätschte Loic Lapoussin ungeschickt um. Cameron Puertas verwertete den Foul-Elfmeter.
Die letzte Aktion im Spiel: ein Freistoß. Christian Burgess schoss die bis dato ebenfalls noch punktelosen Belgier zum Last-Minute-Sieg (94.).
Davor hatten die Linzer gute Kontermöglichkeiten auf eine 2:0-Führung und damit die mögliche Vorentscheidung liegen gelassen.