Blackout! Was passiert, wenn es keinen Strom mehr gibt?

Kommt es zu einem Blackout, geht nicht nur das Licht aus.
Kommt es zu einem Blackout, geht nicht nur das Licht aus.Getty Images/iStockphoto
Das Wort "Blackout" ist derzeit in (fast) aller Munde. Doch was bedeutet das eigentlich? Wir erklären, was passiert, wenn es keinen Strom mehr gibt.

Immer häufiger wird ein sogenanntes Blackout zum Gesprächsthema. Im Fernsehen, auf Social Media und auch beim österreichischen Innen- sowie dem Verteidigungsministerium. Der Grund: Ein Blackout ist in Österreich nicht unwahrscheinlich. "Wir wissen nicht, wann es passiert, aber wir können damit rechnen, dass es passieren wird", so Generalmajor Peter Skorsch von der Projektgruppe "Blackout" im Innenministerium.

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Doch was ist das eigentlich und was passiert dabei? Nun, unter einem Blackout versteht man einen "länger andauernden, großflächigen Stromausfall." Dieser kann mehrere Länder gleichzeitig betreffen und mehrere Tage dauern – die Auswirkungen können weitreichend sein.

Generalmajor Peter Skorsch
Generalmajor Peter SkorschHANS PUNZ / APA / picturedesk.com

Unser Leben hängt am Strom

Dann sitzen wir halt im Dunkeln? Richtig, aber nicht nur das. Im Falle eines Blackouts stehen alle elektrisch betriebenen Systeme von der einen auf die andere Sekunde nicht mehr zur Verfügung – und wir hängen mehr am Strom als so manch einer vielleicht glauben möchte. "Eine Situation, in der nur noch sehr wenig funktioniert." Es geht nicht nur das Licht aus, auch der Kühlschrank, der Elektroherd, das Festnetz, der Fernseher, das Warmwasser sowie die Pumpe, die das Wasser in die oberen Stockwerke pumpt, brauchen Strom.

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Selbst beim Abwasser und in den Kläranlagen ist Strom im Einsatz. Fallen die Rückstauklappen im Kanal aus, dann sucht sich das Abwasser einen anderen Weg und dieser führt meist in die unteren Stockwerke.

Keine Öffis, keine Supermärkte, kein Benzin

Doch damit noch nicht genug. Gibt es keinen Strom mehr, bleibt auch der Aufzug stehen, gehen die Türen in den Supermärkten nicht mehr auf, funktionieren keine Kassasysteme mehr und fallen auch die Kühlvitrinen aus. Die öffentlichen Verkehrsmitteln – mit Ausnahme der Busse - bleiben stehen, die Ampeln fallen aus, die Tankstellen bleiben finster und die Zapfsäulen geben keinen einzigen Tropfen Benzin oder Diesel mehr her.

Wer schnell genug ist, kann vielleicht mit dem Smartphone noch schnell jemanden erreichen, doch auch hier muss der Generalmajor enttäuschen: "Die Handynetze werden sehr schnell überlastet sein."

"Keine Panik, sondern ein Denkanstoß"

Mit den derzeitigen Maßnahmen und geplanten Übungen wolle man allerdings auf gar keinen Fall eine Panik auslösen, "sondern einen Denkanstoß zur Vorbereitung geben. Denn jeder ist ein Teil davon und kann seinen Beitrag leisten, nicht nur der Staat allein", sagt Skorsch. Ein Blackout sei, ebenso wie die Pandemie, Thema der gesamten Gesellschaft. Jeder sollte vorbereitet sein und Grundversorgungsgüter zu Hause haben.

Doch Skorsch hat auch gute Nachrichten: Grundsätzlich sei man schon jetzt auf den Fall eines Blackouts gut vorbereitet. Von Notstromaggregaten über die Organisation bis hin zu Benzinreserven an den notwendigen Stellen. So könne nicht nur das Wiener AKH dank vier großer und einer mittelgroßer Schiffsdiesel den Betrieb aufrechterhalten, auch die Kühlung im Lager österreichischer Supermarktketten sei zumindest für ein paar Tage gesichert. "Die Wiener Stadtwerke haben mir versichert, dass sie von alleine wieder hochfahren können."

Und auch der ORF wird mit Notstrom versorgt. Klingt also alles halb so wild, insofern wir selbst ein wenig vorsorgen und im Fall der Fälle auch auf unsere Mitmenschen achten – und das kennen wir inzwischen schon aus dem einen oder anderen Lockdown.

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