Blitz-Schnee in Wien – und das war erst der Anfang

Von einer auf die andere Sekunde war Wien am Donnerstag mit Graupel und Schnee eingedeckt. Die Prognose zeigt, dass da noch viel mehr auf uns zukommt.

Kurz vor 15 Uhr verdunkelte sich am Donnerstag in Wien der Himmel, ein heftiger Graupelschauer brach über Wien herein und erwischte zahlreiche Anti-Impfpflicht-Demozüge völlig überraschend. Die kleinen Eiskugeln schnalzten den Teilnehmern und Polizisten ins Gesicht, innerhalb von wenigen Minuten waren die Straßenzüge komplett weiß. Ein Video zeigt die Blizzard-artigen Szenen:

Inzwischen sind sowohl die Straßen als auch Dächer der Hauptstadt komplett von einer dichten Schneedecke eingehüllt. Und es haut immer noch mehr vom Himmel.

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"So schnell kann's gehen: Innerhalb von 30 Minuten von +6 auf 0 Grad und vom 'sommerlich anmutenden Böenkragen' zu einer dünnen Schneedecke", schreiben die Experten der Unwetterzentrale UWZ auf Twitter. Auch von ihrem Büro in der Donaustadt aus, ist nur noch Weiß zu sehen:

Ursache dafür ist eine "beachtliche Schauerlinie", die von Nordwesten her über Wien hereingebrochen ist. Neben einem Temperatursturz sorgt sie auch noch für stürmischen Wien. Entsprechend ungemütlich ist es momentan, sich im Freien aufzuhalten.

So geht es jetzt weiter

Teilen Österreichs steht eine tief winterliche Wetterphase bevor. Nach einer vorübergehenden Beruhigung am Freitag legt der Schneefall an der Alpennordseite in der Nacht auf Samstag wieder an Stärke zu.

"Der Samstag selberverläuft hier tief winterlich und vor allem vom Tiroler Unterland bis in die Obersteiermark und zum Alpenostrand schneit es verbreitet und häufig kräftig", prognostiziert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale.

Im Osten und Südosten ziehen nur Schneeschauer durch, ehe in der Nacht auf Sonntag auch hier phasenweise Schneefall einsetzt. In Osttirol und Kärnten bleibt es oft trocken. Die Schneefallgrenze steigt im westlichen Donauraum langsam von tiefen Lagen gegen 300 bis 400 m an.

Am Sonntag schneit es vom Tiroler Unterland bis in die Voralpen Niederösterreichs zunächst häufig, vom Wiener Becken bis ins Burgenland sowie im Donauraum fällt zunehmend nasser Schnee oder Schneeregen. Die Intensität lässt jedoch generell bereits nach, am ehesten muss man vom Mariazellerland bis zum Wienerwald noch mit anhaltendem Schneefall rechnen. Ganz im Westen sowie im Süden bleibt es meist trocken.

Höchste Warnstufe erwartet

"Besonders betroffen werden die Regionen von den Kitzbüheler Alpen über das Salzkammergut bis zum Mariazellerland und zum Semmeringpass sein – hier sind binnen 24 bis 36 Stunden verbreitet 30 bis 50 cm, in exponierten Lagen ab etwa 1000 m auch bis zu 1 Meter Neuschnee zu erwarten", so Spatzierer.

Die Experten der Österreichischen Unwetterzentrale machen sich bereits Gedanken zum Warnmanagement und beabsichtigen zu gegebener Zeit in einem Streifen entlang der östlichen Nordalpen Warnungen in der höchsten Warnstufe auszugeben. Vergleichbare Schneemengen innerhalb von 24 bis 36 Stunden gibt es in dieser Region etwa alle 2 bis 3 Jahre, zuletzt schneite es im Jänner 2019 ähnlich kräftig.

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