Eigentlich war die Wetterkarte für Wien komplett grün – also ohne jedwede Gefahr. Doch innerhalb von Sekunden schossen Hagel und Regen kurz vor 14 Uhr vom Wiener Himmel: orange Unwetter-Warnung! Begleitet wurde das Blitz-Gewitter von starken Sturmböen. Das Gewitter entwickelte sich gar so schwer, dass in der Wiener Donaustadt die Unwetter-Warnstufe auf Rot angehoben wurde. Aufrecht blieben die Wetterwarnungen vorerst bis mindestens 15.50 Uhr.
"Aus Westen zieht ein starkes Gewitter über Ihre Region. Im Gewitterbereich kommt es zu Starkregen, Hagel und Sturmböen", meldete der Wetter-Warndienst der Ubimet. Bäche und kleinere Flüsse können plötzlich stark anschwellen, stellenweise sogar ausufern, Wasser in Keller eindringen, Straßen und Unterführungen können vorübergehend unter Wasser stehen, so die Warnung vor möglichen Folgen. Auch das Abwasser- und Kanalsystem kann vorübergehend überlastet sein.
Bereits am Dienstag warnte ein Experte, ORF-Meteorologe Erhard Berger, vor einer "ganz neuen Art" von Gewittern. "Wir haben Erfahrung mit Gewittern, die vielleicht so 20 Minuten, eine halbe Stunde dauern, recht intensiv es regnen lassen und dann wieder vorbeiziehen. Die Gewitter, die wir momentan zu beobachten haben, das sind Gewitter, die riesengroß werden, sich extrem schnell entwickeln und die sich dann stundenlang über einem einzigen Punkt ausschütten. Und genau das führt dann zu extremen Intensitäten der Niederschläge."
Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement, warnt davor, dass solche Ereignisse künftig noch viel häufiger vorkommen werden: "Inzwischen ist es so, dass man auch in Bereichen, in denen man die letzten Jahre keine Mure, keine Überflutung gewohnt ist, damit rechnen muss. Und dass wir uns einfach auch auf diese neue Gegebenheit einstellen müssen."