In der norddeutschen Stadt Stade ist es am Montag zu einer furchtbaren Bluttat gekommen. Ein 45-jähriger Mann erschoss in einer Mutter-Kind-Einrichtung sechs Menschen. Alle Opfer waren Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung - vier Frauen und zwei Männer.
Hintergrund der Tat ist laut Polizei ein Sorgerechtsstreit. Der Täter, ein Deutscher mit türkischen Wurzeln, war wegen einer Sorgerechtssache in der Einrichtung erschienen. Dort waren seine dreimonatige Tochter und die Kindesmutter untergebracht.
Wie focus.de berichtet, konnten die Einsatzkräfte den Mann kurz nach der Tat festnehmen. Er war in einem von einer Frau gesteuerten Auto auf der Flucht, als ihn Polizisten fassten. Auch die mutmaßliche Fahrerin wurde festgenommen - sie stammt aus dem erweiterten Bekannten- oder Familienkreis des Mannes.
Die gute Nachricht inmitten dieser Tragödie: Das Baby und seine Mutter befinden sich nicht unter den Opfern. Fünf Menschen starben noch am Tatort, eine sechste Person erlag später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens bezeichnete die Gewalttat als "singulären Fall". Es gebe keine Verbindungen zu anderen Bereichen. Ministerpräsident Olaf Lies nannte die Tat "erschütternd" und bat darum, "keine voreiligen Schlüsse zu ziehen".
Die Polizei warnte vor der Verbreitung von Falschnachrichten in sozialen Netzwerken. In Chatgruppen würden unbestätigte Informationen verbreitet, die nicht dem bestätigten Sachstand entsprechen.