Österreich

Graf Tono postete vor Bluttat über Steyr-Mord

Verschwörungstheorien und Meinungen zu Migration und Flüchtlingen prägten den Facebook-Feed von Tono G.

Heute Redaktion
Teilen

Graf Tono G. (54) soll am Donnerstag auf Schloss Bockfließ (NÖ) ausgerastet sein und seinen Vater, Graf Hans Ulrich G. (92), dessen Ehefrau, Margherita C.-F.-G. (87), und seinen 52-jährigen Bruder Ernst G. mit einem Schrotgewehr getötet haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Verdächtige ist geständig und sitzt in U-Haft. Dort hat er keinen Zugriff mehr auf seine Social-Media-Profile. Er war nämlich ein auf Twitter und Facebook hochaktiver User und tippte nur wenige Stunden vor der Tat seine letzten Beiträge. Am Mittwoch hatte er einen Beitrag geteilt, in dem die konsequente Abschiebung straffälliger Asylwerber gefordert wurde. Eine Reaktion auf den Mord an Michelle F. in Steyr (OÖ).

Außerdem vertrat er offen eine sehr kritische Haltung zu Migration und freute sich über das Austro-Nein zum UN-Migrationspakt.

Klimawandel und Krebsforschung

Auch Verschwörungstheorien konnte er offenbar etwas abgewinnen. Denn er teilte unter anderem ein Video, in dem der Klimawandel bezweifelt wird. Tono G. hat aber ein Herz für Kinder. Zu seinem Geburtstag startete er einen Spendenaufruf für die Kinderkrebsforschung.

Tumore dürften laut Peter Philipp, dem Anwalt des Verdächtigen, auch eine Rolle bei der Bluttat gespielt haben. G. leide an Geschwülsten, vielleicht auch an Tumoren, so Philipp: "Und wenn eine Stresssituation vorhanden ist, so wie damals, weil der Vater wie so oft fürchterlich mit meinem Mandanten geschrien hat, weiß er nicht, was er tut." Tono G. habe seinen Vater wie die Pest gehasst. Der Advokat spricht von Unzurechnungsfähigkeit, beantragte Gutachten von Sachverständigen, Psychiatern und Psychologen – "Heute" berichtete.