Sechseinhalb Jahre waren Katherine Jones und ihr Partner zusammen, in Thailand folgte der Heiratsantrag. Anfang August sollte schließlich die große Traumhochzeit steigen. Dafür hatten die beiden ein Landgut aus dem 18. Jahrhundert in der Toskana gebucht – samt Panoramapool und Kapelle.
Doch nur sieben Tage vor der geplanten Trauung kam alles anders. Katherines Verlobter machte Schluss. "Er hat es mir eine Woche vorher gesagt und ist dann zur Arbeit in den Süden verschwunden", erzählt die 36-Jährige aus Liverpool. Sie und ihre Mutter hätten danach alleine "die Scherben aufsammeln" müssen.
Die Hochzeit absagen? Für Katherine kam das trotz Liebes-Aus nicht infrage. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Schwestern fasste sie einen Entschluss: "The show must go on."
Ein großer Teil der Feier war ohnehin bereits bezahlt, eine Rückerstattung gab es nicht mehr und zahlreiche Gäste waren schon auf dem Weg in die Toskana. Also wurde aus der Hochzeit kurzerhand eine Party ohne Bräutigam.
„Ich bin so froh, dass ich so einen Loser nicht heirate und noch einmal Schmetterlinge erleben darf“Kath bei ihrer Solo-Feier
Ihr eigentliches Hochzeitskleid holte Katherine gar nicht mehr im Geschäft ab. Stattdessen schlüpfte sie in jenes Kleid, das ursprünglich für den Abend vorgesehen war.
Katherine hielt die außergewöhnlichen Tage auf Video fest und stellte zahlreiche Clips auf TikTok. Dort entwickelte ihre Geschichte eine enorme Eigendynamik: Insgesamt wurden die Videos bereits mehr als 40 Millionen Mal angesehen. Ihr erfolgreichster Clip kam alleine auf rund 7,5 Millionen Aufrufe. Katherine versah ihn mit der Botschaft: "POV: Du bist einer Scheidung entkommen."
Trotz der ausgelassenen Bilder sei die Situation für sie nicht einfach gewesen. "Das heißt nicht, dass ich zwischen dem Lachen nicht weine", stellt sie klar. Besonders viel Kraft habe ihr die Unterstützung in den sozialen Medien gegeben. In einem ihrer Beiträge schreibt sie: "Ich habe einen Ehemann verloren und 10.000 neue beste Freundinnen gewonnen."
Wie teuer die geplante Traumhochzeit tatsächlich war, verrät Katherine nicht. Klar ist für sie allerdings, wer am Ende dafür aufkommen soll: ihr Ex-Verlobter. Sobald das gemeinsame Haus verkauft sei, werde er bezahlen, sagt sie.
Auch der Verlobungsring und das ursprünglich geplante Hochzeitskleid sollen weg. Den Ehering möchte die 36-Jährige hingegen behalten. Sie verbinde diesen nicht einmal mit ihrem ehemaligen Partner.
Auch die bereits gebuchte Hochzeitsreise ließ Katherine nicht verfallen. Statt mit ihrem frisch angetrauten Ehemann reiste sie einfach mit ihrer Mutter nach Capri und Salerno.
Die ungewöhnlichen Mutter-Tochter-Flitterwochen bekamen sogar einen eigenen Namen: "Mummymoon".
Besonders schwer sei für Katherine jener Moment gewesen, als die anderen Hochzeitsgäste abreisten und nur noch sie, ihre Mutter und ihre Schwestern zurückblieben. Danach habe sie begonnen, an ihren Videos zu arbeiten - und sich dadurch zunehmend besser gefühlt.
Nicht jeder glaubt Katherine allerdings, dass hinter der spektakulären Solo-Feier ausschließlich persönliche Gründe stecken. Manche werfen ihr vor, das geplatzte Hochzeitsfest für Reichweite und Werbung zu nutzen.
Die Britin betreibt selbst eine Schaumweinmarke, die auch bei der Feier ausgeschenkt wurde. Katherine bestreitet jedoch, dass die Geschichte inszeniert gewesen sei. "Es ist kein Fake und kein PR-Stunt - leider", sagt sie.
Dass sie ihre plötzlich enorme Reichweite auch für ihre Firma nutzte, gibt sie offen zu. Das ändere aber nichts daran, dass sie sieben Tage vor ihrer Hochzeit verlassen worden sei.
Für Katherine war der Tag am Ende keine gescheiterte Hochzeit. Eine Formulierung aus ihrer Kommentarspalte gefällt ihr deutlich besser: Es war ihr "Unabhängigkeitstag".