Bei einer geschlossenen Feier im Burgtheater hat Direktor Stefan Bachmann die besondere Gabe von Schauspieler Branko Samarovski hervorgehoben. Seine Darbietungen würden viele Menschen zu Tränen rühren – zuletzt auch bei den Proben zu "Wir sind noch einmal davongekommen". Die Laudatio hielt Martin Schwab. Den vom Juwelier Wagner gestifteten Ehrenring überreichte Doyenne Barbara Petritsch.
Branko Samarovski wurde am 9. Juli 1939 in Zemun geboren, das heute ein Stadtteil von Belgrad ist. Bereits mit 14 Jahren begann er in Salzburg eine Lehre als Schlosser. Neben seiner Arbeit in diesem Beruf stand er auf der Elisabethbühne, nahm privaten Schauspielunterricht und schloss schließlich seine Schauspielausbildung am Mozarteum ab.
Nach ersten Engagements in Graz und Darmstadt führte ihn sein Weg 1972 ans Stuttgarter Schauspielhaus. Dort lernte er Claus Peymann kennen, mit dem er 1979 ans Schauspielhaus Bochum wechselte. Nach einer Zeit an der Schaubühne Berlin kam er ans Burgtheater, wo er seit 1991 in unzähligen Rollen zu sehen war.
Allein am Burgtheater spielte Samarovski in weit mehr als 50 Rollen. Zu seinen bekanntesten Bühnenfiguren zählen Torquato Tasso und Mephisto in Inszenierungen von Peymann, Enobarbus in "Antonius und Cleopatra" sowie Firs in "Der Kirschgarten" unter der Regie von Peter Stein. Auch als Teufel in Gernot Friedels "Jedermann" am Salzburger Domplatz machte er sich einen Namen. Immer wieder arbeitete er mit Regiegrößen wie Andrea Breth und George Tabori zusammen. 2001 war er für den Nestroy-Preis als Bester Nebendarsteller in "Roberto Zucco" nominiert. 2009 wurde ihm der Titel Kammerschauspieler verliehen.
Auch im Film und Fernsehen ist Samarovski regelmäßig zu sehen. Sein Kinodebüt gab er 1978 in Herbert Achternbuschs Satire "Der junge Mönch". Er spielte unter anderem in mehreren Folgen des "Tatort", in Philipp Stölzls "Nordwand" und in David Schalkos Serie "Braunschlag" aus dem Jahr 2012. Besonders oft arbeitete er mit Michael Haneke zusammen, etwa in den Filmen "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" (1994), "Wolfszeit" (2003) und "Das weiße Band" (2009).
Für seine Rolle als Invalide Andreas Pum in Hanekes Fernsehfilm "Die Rebellion" nach Joseph Roth wurde Samarovski mit dem Goldenen Kader des Verbands Österreichischer Kameraleute ausgezeichnet. Beim Österreichischen Filmpreis 2017 erhielt er für seine Darstellung im Film "Nebel im August" von Kai Wessel den Preis als bester Nebendarsteller. Die Jury des Filmfestivals Diagonale bezeichnete ihn 2022 bei der Verleihung des Großen Schauspielpreises als "ein Meister mit Charme, Klugheit und Mut".
Zu den lebenden Ehrenmitgliedern des Burgtheaters zählen neben Branko Samarovski die früheren Direktoren Klaus Bachler und Karin Bergmann sowie die Schauspieler Klaus Maria Brandauer, Michael Heltau, Sylvia Lukan, Barbara Petritsch und Martin Schwab.