Die begehrtesten Kulturjobs des Landes locken zahlreiche Kandidaten an: Für die beiden Top-Positionen bei den Salzburger Festspielen sind insgesamt 48 Bewerbungen eingegangen. Jetzt startet die heiße Phase – die Findungskommission sichtet die Unterlagen und lädt ausgewählte Kandidaten zum Hearing.
Besonders groß ist das Interesse an der Präsidentschaft: Hier bewerben sich 27 Personen, darunter 16 Männer und elf Frauen. Die Hälfte der Bewerber kommt aus Österreich, die andere Hälfte aus dem Ausland.
Anders sieht es bei der Intendanz aus. Für den künstlerischen Spitzenposten gingen 21 Bewerbungen ein – davon stammen 17 von Männern und nur vier von Frauen. Auffällig: Rund 90 Prozent der Kandidaten kommen aus dem internationalen Kulturbetrieb.
Wer es in die nächste Runde schafft, entscheidet nun die Findungskommission unter Leitung des früheren Bundestheater-Holding-Chefs Christian Kircher. Wie viele Bewerber tatsächlich zum Hearing eingeladen werden, ist noch völlig offen. "Die Kommission ist in ihrer Entscheidung frei, es gibt keine Vorgaben", betont Kircher.
Während die Präsidentschaft regulär neu ausgeschrieben wird, läuft die Suche nach einer neuen Intendanz außerplanmäßig. Hintergrund ist die Trennung von Intendant Markus Hinterhäuser Ende März. Auslöser war sein Alleingang bei der Suche nach einer neuen Schauspielleitung, dazu kamen Differenzen über seinen Führungsstil.
Nach den Hearings legt die Kommission ihre Empfehlungen dem Kuratorium vor, das letztlich über die Besetzung entscheidet. Unterstützung erhält der Auswahlprozess von einer auf Kultur spezialisierten Personalberatung.
Mit einer Entscheidung wird erst nach dem Festspielsommer gerechnet. Die neue Präsidentin oder der neue Präsident soll mit 1. Jänner 2027 starten. Die neue Intendanz übernimmt mit 1. Oktober 2027 und löst dann Interimschefin Karin Bergmann ab.