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Bravissimo! Die Costa Concordia ist wieder aufrecht

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:46

Die spektakuläre Operation zur Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" ist am Dienstag in der Früh erfolgreich abgeschlossen worden. "Das Schiff ist wieder in einer aufrechten Position", sagte der Leiter des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, um 4.00 Uhr Früh auf der Insel Giglio. Das 290 Meter lange Schiff war 19 Stunden lang mit Stahlseilen aufgerichtet worden.

Die spektakuläre Operation zur Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" ist am Dienstag in der Früh erfolgreich abgeschlossen worden. "Das Schiff ist wieder in einer aufrechten Position", sagte der Leiter des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, um 4.00 Uhr Früh auf der Insel Giglio. Das 290 Meter lange Schiff war 19 Stunden lang mit Stahlseilen aufgerichtet worden.

"Es hätte nicht besser laufen können", sagte der Projektverantwortliche des Schiffseigners Costa, Franco Porcellacchia, am Dienstag in der Früh vor Journalisten. Der Zivilschutzchef und Vertreter der Bergungsteams umarmten sich, im Hafen von Giglio "applaudierten" Schiffssirenen.

Es handelte sich um eine einzigartige Aktion mit dem Risiko, dass die "Costa Concordia" auseinanderbrechen würde. Der 114.500 Tonnen schwere Kreuzfahrtriese musste aus seiner eingekeilten Lage zwischen zwei Felsen befreit und um insgesamt 65 Grad gedreht werden. Dies wurde in mühevoller Kleinarbeit vollbracht: Millimeter für Millimeter wurde der Koloss mit Seilen, Flaschenzügen und Schwimmkörpern in eine aufrechte Position gebracht. Das Schiff lag seit Jänner 2012 in einer fast waagerechten Position vor der toskanischen Küste im Meer, nachdem es dort auf einen Felsen gefahren und gekentert war.

Bergung verzögerte sich

Das geplante Aufrichten des Schiffes unter der Leitung des südafrikanischen Experten Nick Sloane 500 Menschen aus 30 Ländern beteiligt sind, dauerte jedoch viel länger als ursprünglich geplant. Der Einsatz, der am Montag um 9.00 Uhr mit dreistündiger Verspätung begonnen hatte, beanspruchte letzendlich 19 Stunden, teilte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli mit. Ursprünglich hatten die Experten des mit der Bergung beauftragten italo-amerikanischen Konsortiums Titan-Micoperi mit maximal zwölf Stunden gerechnet, um das Schiff in vertikale Position zu bringen.

Um das Wrack aufzurichten, mussten 36 Stahlseile 21 Meter gezogen werden. Zwölf Mitarbeiter steuerten das Aufrichten von einem Kontrollraum aus.

Kein giftiges Material ins Meer gelangt

Nach Angaben von Technikern ist der bisher versunkene Teil des Schiffes stark verzogen. Dies stelle jedoch kein Problem für die Aufrichtung dar. Bisher seien keine giftige Substanzen aus dem Wrack ausgetreten. Experten rechnen damit, dass 29.000 Tonnen Müll ins Meer gelangen könnten.

Umweltschäden minimieren

"Wir haben Maßnahmen ergriffen, um die Gefahr einer Verschmutzung der Gewässer auf ein Minimum zu reduzieren", sagte die Präsidentin des Umweltbeobachtungszentrums der Insel Giglio, Maria Sargentini. Jede Stunde werden die Gewässer rund um das Wrack untersucht, um festzustellen, ob umweltschädliche Stoffe ins Meer gelangt sind. Der italienische Staat will die Betreibergesellschaft der Costa Concordia, Costa Crociere, auf Ersatz von Umweltschäden klagen. "Die Umweltschäden werden wir berechnen können, nachdem das Schiff weggeschleppt worden ist. Die Bedingungen für die Forderung von Schadenersatz sind gegeben", erklärte Umweltminister Andrea Orlando.

Bergungskosten von 600 Mio. Euro

Nun soll die Suche nach den Überresten der letzten beiden Vermissten des Unglücks beginnen. Erst im Frühjahr kann das Schiff zur Abwrackung an einen anderen Ort abgeschleppt werden. Spekuliert wird, dass die Costa Concordia im Hafen von Palermo zerlegt wird. Die Bergung kostet nach Angaben der Reederei Costa Crociere insgesamt mindestens 600 Millionen Euro.

Die Gesamtausgaben werden in den nächsten Monaten weiterhin wachsen, betonte Michael Thamm, Geschäftsführer der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere: "Wir haben keine Prognosen über die definitiven Kosten des Einsatzes. Finanzielle Aspekte machen uns nicht zu schaffen. Versicherungen decken zum Teil, aber nicht ganz die Ausgaben. Wir werden das zahlen, was notwendig ist", sagte Thamm bei einer Pressekonferenz auf der Insel Giglio. Er dankte den Italienern, die trotz des Unglücks Costa Crociere stets unterstützt hätten.

Lesen Sie die bisherigen Ereignisse auf Seite 2 nach...Mit drei Stunden Verzögerung begannen am Montag die Arbeiten beim Schrott-Kreuzfahrtschiff Costa Concordia. Langsam und mühevoll wird der havarierte Ozean-Riese aufgerichtet. Nach über dreieinhalb Stunden konnte man mit freiem Auge die ersten Veränderungen bemerken. Nach über fünf Stunden kam die erste echte Erfolgsmeldung: Die Costa wurde vom Felsen, auf dem sie lag, losgelöst - damit ist die heikelste Phase der Bergung abgeschlossen.

Marcello Luschi, Umweltingenieur des mit der Bergung des Luxusliners beauftragten italo-amerikanischen Konsortiums Titan-Micoperi, berichtete, dass die schwierigste Phase der Aufrichtung - die Loslösung des Schiffs von dem Felsen, auf dem es seitlich auflag - überstanden sei. Ein verrosteter Teil des Wracks ist sichtbar. „Wir haben die erste Phase überstanden, alles läuft nach Plan“, berichtete Zivilschutzchef Franco Gabrielli.

Schiff stark verzogen - bisher kein Gift im Meer

Nach Angaben von Technikern ist der bisher versunkene Teil des Schiffes stark verzogen. Dies stelle jedoch kein Problem für die Aufrichtung dar. Bisher seien keine giftige Substanzen aus dem Wrack ausgetreten. Experten rechnen, dass 29.000 Tonnen Müll ins Meer gelangen könnten. Die Menge des giftigen Materials werde jedoch nicht so groß sein, dass eine dauerhafte Schädigung des Meeresraums zu erwarten sei.

Die Aufrichtung sollte bis ungefähr 22.00 Uhr abgeschlossen werden. Ab Montagabend rechnen die Wetterexperten mit starkem Wind auf dem toskanischen Archipel mit der Insel Giglio.

Erste Änderungen nach drei Stunden mit freiem Auge erkennbar

Rund drei Stunden nach Beginn des Einsatzes vor der toskanischen Insel Giglio hat sich die Neigung des Luxusliners geändert. Versunkene Teile des 114.500 Tonnen schweren Schiffes wurden jetzt sichtbar. In der ersten Phase der Operation ging es in erster Linie darum, das Wrack von den Felsen zu heben, auf denen es seit der Havarie am 13. Jänner 2012 lag. Diese Aufgabe galt als heikelste Phase. Danach erfolgt die völlige Aufrichtung erfolgt. Die gesamte Aktion soll nicht mehr als zehn bis zwölf Stunden dauern.

"Der Einsatz verläuft nach Plan", berichteten die Techniker des italo-amerikanischen Konsortiums Titan Micoperi, das mit der Bergung des Schiffes beauftragt ist. Ein Team aus elf Technikern unter der Führung des Südafrikaners Nick Sloane koordiniert die Bergungsaktion. In das Kreuzfahrtschiff sind 236.000 Kubikmeter Wasser eingedrungen. Im Rahmen der Bergung sollen ungefähr 80.000 Kubikmete

Start mit drei Stunden Verzögerung

Aufgrund von Gewittern in der Nacht auf Montag wurde das Manöver mit über drei Stunden Verspätung gestartet, kurz nach 9 ging es los. Nach Angaben von Zivilschutzchef Franco Gabrielli stellt die Verspätung kein Problem dar.

Die Regenfälle in der Nacht führten zur Verzögerungen bei den Vorbereitungen, berichtete Gabrielli. Journalisten wurden per SMS über den Beginn der Aufrichtung benachrichtigt. "Die Aufrichtung wird ein 100-prozentiger Erfolg sein. Sollte es nicht so sein, werde ich die volle Verantwortung dafür übernehmen", betonte Zivilschutzchef Franco Gabrielli.

Einsatz dauert fast 12 Stunden

Der Einsatz wird zehn bis zwölf Stunden dauern. Die ersten zwei Stunden wird man mit freiem Auge kaum etwas erkennen können. Dann sollte sich die Neigung des Schiffes langsam verändern. Die ersten fünf Stunden sind entscheidend, um festzustellen, ob die 36 Stahlseile in der Lage sein werden, das Schiff von den Felsen zu heben, auf denen es seit der Havarie ruht.

Pro Stunde wird Schiff 3,5 Meter gezogen

Um das Schiff in vertikale Stellung zu bringen, müssen die Stahlseile 21 Meter gezogen werden, pro Stunde sind maximal dreieinhalb Meter geplant. Damit kann das Schiff aufrecht gerichtet werden, ohne beschädigt zu werden, erklärten die Experten. Die Operation kann auch nach Einbruch der Dunkelheit weitergeführt werden.

Die Aufrichtung hat begonnen und alles verläuft gut. Untersee-Kameras überprüfen ständig die Bewegung des Wracks“, berichtete Sergio Girotto, Manager von Titan Micoperi. Umweltschützer befürchteten, dass während des Aufrichtens Schadstoffe aus dem Inneren des Schiffes ins Meer gelangen.

500 Personen im Einsatz

350 Journalisten sind akkreditiert, um über die spektakuläre Aktion zu berichten. Der Einsatz zur Aufrichtung des umgekippten Kreuzfahrtschiffs soll 600 Millionen Euro kosten. 500 Personen sind im Einsatz, um das Schiff hoch zu hieven.

Umweltschutz höchste Priorität

Die Operation ist überaus kühn: Das Wrack, das mit Hunderten Zementsäcken und einer fußballfeldgroßen Metallplattform gestützt wurde, damit es nicht vom Felsen ins tiefere Wasser abrutscht, soll mithilfe von Stahlseilen und Flaschenzügen in die Vertikale gebracht werden. Ohne diesen Schritt kann das Schiff nicht abgeschleppt werden. Einsatzkräfte haben Treibstoff aus dem Wrack abgepumpt, um für den Fall eines Auseinanderbrechens eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Naturschützer fürchten jedoch, dass bei der Bergung das Meer verschmutzt wird.

Doch Zivilschutzchef Franco Gabrielli versicherte, dass bei der Aufrichtung des Schiffes dem Umweltschutz höchste Priorität eingeräumt werde.

Kein weiterer Winter im Wasser möglich

Der Zivilschutzchef sagte, dass das Schiff keinen weiteren Winter vor der Insel verbringen könne, weil die "Costa Concordia" bereits schwer beschädigt sei. Nach der Aufrichtung werde das Schiff voraussichtlich im Frühjahr 2014 weggeschleppt. In welchem italienischen Hafen die Costa abgebaut werden soll, ist noch offen. Der toskanische Hafen Piombino sei für ein Schiff dieser Größe nicht geeignet, sagte Gabrielli. Eine Möglichkeit sei, dass das Schiff im Hafen Palermos zerstückelt werde, so die Meinung von Experten.

32 Menschen sind tot

Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Jänner 2012 mit mehr als 4.200 Menschen an Bord, darunter 77 Österreicher, auf Grund gelaufen und teilweise gesunken. Bei dem Unglück starben 32 Menschen. Die Reederei Costa Crociere, Betreiber des Kreuzfahrtschiffs, hat ihre Mitverantwortung anerkannt, da mehrere Angestellte des Unternehmens für die Havarie verantwortlich gemacht werden.

Die für Montag geplante Aufrichtung ist minutiös geplant. Nie zuvor hat es eine so komplizierte Bergung eines Passagierschiffs gegeben, und trotz des Optimismus der Verantwortlichen könnte es zu Problemen kommen.

Überblick über die möglichen Szenarien:

DIE AUFRICHTUNG GELINGT

Die Aufrichtung (im Fachjargon "parbuckling" genannt) beginnt wie geplant am Montagmorgen um 06.00 Uhr MESZ. Vier bis fünf Stunden später steht das Wrack in einem Winkel von 40 Grad. Nach insgesamt zehn bis zwölf Stunden ist der Einsatz beendet, ohne dass Schäden für die Umwelt aufgetreten sind.

PROBLEME AM RUMPF

Der Rumpf könnte sich leicht verbiegen und sogar krumm wie eine Banane werden, wie der Leiter der Aktion, der Südafrikaner Nick Sloane, warnte. Nach einem der pessimistischsten Szenarien könnte der Rumpf sogar unter dem gleichzeitigen Druck von Wasser und Schwerkraft auseinanderbrechen. Zivilschutzchef Franco Gabrielli hat ein Auseinanderbrechen des Schiffs dagegen gänzlich ausgeschlossen.

KEINE DREHUNG

Möglich ist laut Gabrielli aber, dass sich die "Costa Concordia" gar nicht erst drehen lässt. Das Schiff, das mit fast 290 Metern fast so lang ist wie die "Titanic" und so hoch ist wie ein elfstöckiges Haus, könnte sich als zu schwer erweisen. Es ist möglich, dass sich das Wrack - trotz der Berechnungen der Ingenieure - nicht von dem Felsen löst, auf dem es seit dem Unglück vor mehr als eineinhalb Jahren liegt. Einige der Stahlseile, die das Schiff ziehen oder halten, könnten reißen.

UMKIPPEN

Das Schiff könnte zu weit gezogen werden, das Gleichgewicht verlieren und auf die andere Seite kippen. Dies ist aber laut Sloane ein sehr unwahrscheinliches Szenario, denn die schwimmenden "Kisten", die auf der aus dem Wasser herausragenden Seite positioniert wurden, sollen die Bewegung abbremsen. Diese Kisten werden nach und nach mit Wasser befüllt, so dass mit ihrem Gewicht das Schiff kontrolliert gedreht werden kann.

VERGIFTUNG DER UMWELT

Umweltschützer sorgen sich, dass beim Aufrichten des Wracks kontaminiertes Wasser sowie Müll gelangen könnten, etwa Farbe, Reinigungsmittel, Möbel und Teppiche. Sie könnten das Meeresschutzgebiet vor der Küste von Giglio beschädigen. Die Verantwortlichen sind jedoch überzeugt davon, dass eine Umweltverschmutzung verhindert werden kann. Sie haben ein Pumpsystem sowie Schutzvorrichtungen installiert.

EINE WELLE

Eine zu schnelle Drehung oder ein Scheitern des Manövers könnte eine Welle auslösen, die im Hafen von Giglio aufschlägt. Im Hafen werden sich während des Einsatzes hunderte Menschen aufhalten. Nach den Berechnungen der Experten dürfte die Welle aber nicht höher als einen Meter werden.

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