2023 hat Anastasia Potapova das Upper Austrian Ladies gewonnen. Drei Jahre später startet die gebürtige Russin am Dienstag gegen die Chinesin Zhang Shuai erstmals als Österreicherin ins Einzel beim WTA-Turnier in Linz.
"Es fühlt sich komisch an. Ich bin sehr aufgeregt, hier zu sein und stolz", sagte Potapova, die erst seit wenigen Wochen für Rot-Weiß-Rot spielt – und sich noch nicht auf Deutsch unterhalten kann. "Ich habe einige Stunden hinter mir. Ich hoffe, wenn ich nächstes Jahr wieder herkomme, werde ich sprechen können."
Der Nationenwechsel hat freilich auch politische Gründe. "Als Russin lief ich Gefahr, Turniere zu verpassen, weil ich die Visa nicht rechtzeitig erhielt. Ich bin überhaupt kein politischer Mensch. Ich bin einfach eine Athletin, die versucht, ihren Job zu machen", erklärte Potapova im "Presse"-Interview.
Die 25-Jährige hat ihren Hauptwohnsitz in Dubai. "Aus Steuergründen", wie sie sagt. Sie suche allerdings nach einer Wohnung in Wien. "Ich habe schon einmal in Wien gelebt, ich mag die Stadt sehr."
Hintergrund: Potapova war mit dem kasachischen Tennisspieler Alexander Schewtschenko liiert – der wiederum war ein Schützling von Günter Bresnik, trainierte in der Südstadt.
Apropos Bresnik: Der Tennis-Coach spielt auch im Werdegang von Potapova eine Rolle. "Ich kenne ihn sehr gut und war mit ihm auch schon auf dem Court. Er hat mir einige Male geholfen und war auch involviert, damit ich die Nationalität wechseln kann. Er hat mir so viel geholfen."
In der "Presse" erklärt Bresnik, wie genau er "geholfen" hat. "Mit einem Schreiben. Ihr Management hat mich darum gebeten und dieses Schreiben dann in weiterer Folge im Einbürgerungsprozess verwendet."
Kritik an diesem Vorgang wischt er vom Tisch. "Jemandem zu helfen, ist nichts Verwerfliches. Ich mag es auch nicht, wenn man Russen brandmarkt, als wären sie alle Kriegstreiber und Mörder. Sie im Sport auszuschließen, halte ich nicht für richtig. Jetzt hat sie eben einen österreichischen Pass. Aber, es tut mir leid: Deshalb ist sie für mich keine Österreicherin."