Am kommenden Wochenende, von 10. bis 12. April, wird Innsbruck zum Schauplatz einer sportlichen Premiere: Mit "Ultimate Hockey – Breaking the Ice Tour" feiert eine völlig neue, internationale Eishockey-Variante ihr Debüt. Sechs Nationen treten dabei im schnellen 3-gegen-3-Format unter freiem Himmel gegeneinander an – ein Spektakel, das Tempo, Technik und Entertainment verbindet.
Parallel zum sportlichen Geschehen startet am Freitag in der Olympiaworld Innsbruck der Sports Values Summit. Die Konferenz bringt Persönlichkeiten aus Sport, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien zusammen. Im Fokus stehen zentrale Fragen rund um die gesellschaftliche Rolle des Sports – von Gesundheit und Bildung bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung.
"Ich habe durch den Sport gelernt, zu verlieren", erzählt Olympiasieger und Erfolgstrainer Toni Innauer im "Heute"-Interview. "Das ist etwas, das mir ganz schwer gefallen ist, ich war ein ganz schlechter Mensch-ärgere-dich-nicht-Spieler, ich konnte nicht verlieren. Aber der Sport hat ein Umfeld und eine Lernstruktur, in der man einen Umgang damit findet. Das würde vielen Politikern z.B. gut tun, den ganz Großen in der Welt vor allem, dass man auch verlieren kann und dass man sagen kann, es ist genug, es reicht."
Für Innauer geht die Bedeutung des Sports noch weiter: "Wenn viele Politiker einen guten, fairen Leistungssport gemacht hätten – ohne zu betrügen –, dann wären sie bessere Menschen geworden", ist er überzeugt – und nennt auch ein Beispiel: "Donald Trump ist ein guter Golfer, er ist aber ein notorischer und unberlehrbarer Schwindler. Darüber wurde sogar schon ein eigenes Buch geschrieben", so der 68-Jährige, der selbst gerne Golf spielt, aktuell aber eine Schulterverletzung auskuriert.
Ein entscheidender Unterschied zu anderen gesellschaftlichen Bereichen liege für ihn in den klaren Regeln des Sports: "Weder in der Wirtschaft noch in der Politik gibt es klar geschriebene Spielregeln, denen sich eigentlich jeder unterwirft, wenn er in den Leistungsvergleich geht. Das ist derzeit ein wenig in den Hintergrund geraten. Und das wäre eigentlich die größte Botschaft, die der Sport heutzutage zu bieten hätte, vor all dem Greuel und Wahnsinn, den wir da sehen", so Innauer, der am Sports Values Summit gemeinsam mit Felix Gottwald, dem erfolgreichsten Sportler der österreichischen Olympiageschichte, sowie dem ehemalige Skirennläufer und ÖSV-Trainer Mathias Berthold diskutieren wird.
"Dass sich Menschen nicht auf Spielregeln einigen können, die ja ihnen selber und dem ganzen Planeten gut tun würden, das ist das, was der Sport eigentlich in seinem Mikrokosmos noch liefert und selbst dort wird gewaltig gekämpft dafür und da sieht man, dass die üblichen Einbrüche, wie Gier, Erfolgssucht, Narzissmus und so weiter, eben auch den Sport immer wieder drohen zu sprengen. Es geht halt auch um viel Kohle. Es wird so viel Geld bewegt, es ist pervers", kann sich Innauer einen Seitenhieb auf die zuletzt strittigen Vergaben von sportlichen Großveranstaltungen und Fernsehrechten nicht verkneifen.
Auch in den insgesamt vier Panels stehen Fragen im Mittelpunkt, die weit über den Leistungssport hinausgehen: Welche Werte vermittelt Sport? Welche Kompetenzen entstehen durch sportliche Erfahrung? Und welchen Beitrag kann Sport für ein modernes Gesundheitssystem und eine stabile Gesellschaft leisten?
Innauer sieht hier dringenden Handlungsbedarf: "Wer es nicht in der Kindheit und Jugend mitkriegt, hat oft kein Bedürfnis sich zu bewegen, sondern vielmehr irgendwo Junkfood und gezuckerte Getränke zu sich zu nehmen, um den Zuckerspiegel hochzuschießen und sich angeregt zu fühlen, um am Handy weiterspielen zu können", so der Skisprung-Olympiasieger von 1980.
Mehr noch: "Wir haben es soweit gebracht, dass wir tatsächlich Bewegung zukünftig in Schulen und in primärpädagogischen Einrichtungen als Kulturtechnik vermitteln müssen. Wie eine Sprache, wie Mathematik, wie Schreiben, weil wir nicht mehr davon ausgehen können, dass viele der jungen Eltern die Kompetenz und das Umfeld haben, welches ihnen genug Bewegung bietet. Das müssen Schulen zukünftig tun, weil sie es nirgendanders mehr lernen", ist der 68-Jährige gegenüber "Heute" überzeugt.
Auch die Veranstalterseite unterstreicht die Bedeutung des Events. "Sport bewegt Menschen – körperlich, mental und gesellschaftlich. Mit dem Sports Values Summit wollen wir dem Sport eine internationale Bühne geben und zeigen, welchen Beitrag er für Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten kann," erklärt Wolfgang Suitner, Head of Education & Relationship ProOxy AG / Bundessprecher Eventwirtschaft WKÖ.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zukunft des Sports selbst. Im Panel "Ultimate Hockey: Vision & Purpose of a Global Sport" werden neue Spielformate und internationale Ansätze für die Weiterentwicklung des Wintersports vorgestellt. Damit wird Innsbruck an diesem Wochenende nicht nur zur Bühne für sportliche Action, sondern auch für große Debatten über die Zukunft des Sports.