Der russische Ex-Biathlet Anton Schipulin denkt nicht daran, seine aberkannte Olympia-Goldmedaille zurückzugeben. "Nein, wozu? Ich habe sie erkämpft. Sie ist meine, ich werde sie nicht zurückgeben", sagte der 38-Jährige dem Sender Match TV.
Hintergrund ist der Dopingfall um Jewgenij Ustjugow. Dem Russen wurden nach jahrelangen Verfahren sämtliche Resultate von 2010 bis 2014 aberkannt – darunter auch Staffel-Gold von Sotschi 2014. Deutschland rückte dadurch von Silber auf Gold vor. Die Deutschen Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp bekamen in Antholz ihre Medaillen mit zwölf Jahren Verspätung überreicht.
Österreichs Medaillen-Helden
🥈Sabine Payer – Snowboard-RTL (Tag 2)
🥇Benjamin Karl – Snowboard-RTL (Tag 2)
🥈Jonas Müller – Rodel-Einsitzer (Tag 2)
🥈Manuel Feller / Vincent Kriechmayr – Ski-Kombi (Tag 3)
🥇Ariane Rädler / Katharina Huber – Ski-Kombi (Tag 4)
🥈Johannes Lamparter – Nordische Kombi, 10km (Tag 5)
🥉Selina Egle / Lara Kipp – Rodel-Doppelsitzer (Tag 5)
🥈Thomas Steu / Wolfgang Kindl – Rodel-Doppelsitzer (Tag 5)
🥉Cornelia Hütter – Super-G (Tag 6)
🥇Alessandro Hämmerle / Snowboard-Cross (Tag 6)
🥉Jakob Dusek – Snowboard-Cross (Tag 6)
🥈Lisa Schulte, Thomas Steu/Wolfgang Kindl, Jonas Müller, Selina Egle/Lara Kipp – Rodel-Teamstaffel (Tag 6)
🥇Janine Flock – Skeleton (Tag 8)
🥈Fabio Gstrein – Slalom (Tag 10)
🥇Jan Hörl / Stephan Embacher – Skispringen Super-Team (Tag 10)
Die ursprünglich zweitplatzierten Silbermedaillen gingen an das IOC retour und landeten schließlich bei Österreich. Christoph Sumann, Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und Simon Eder wurden nachträglich von Bronze auf Silber hochgestuft.
Eder erlebte die besondere Zeremonie zuletzt in Antholz hautnah. Der Salzburger war sportlich 36. in der Verfolgung geworden – zwei Stunden später stand er dennoch auf der Bühne und bekam vor tausenden Fans seine Olympia-Medaille überreicht. Mit dabei waren auch IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und IOC-Mitglied Karl Stoss.
Während die ÖSV-Stars ihr spätes Edelmetall offiziell in Empfang nahmen, geht Schipulin auf Konfrontationskurs. Auf Instagram legte er nach: Erst wenn russische Athleten wieder mit "Flagge und Hymne" starten dürften und nicht mehr unter "neutralem Status", werde er anders entscheiden. "Dann bin ich bereit, meine Medaillen zurückzugeben", schrieb er zu einem Video seines Zielsprints von Sotschi.
Russische Biathleten sind bei den kommenden Winterspielen nicht vertreten. Die juristische Aufarbeitung der Vergangenheit wirkt aber bis heute nach.