Olympia-Aufreger

"Kotzt mich richtig an!" Deutscher Ärger nach ÖSV-Gold

Österreich holte im letzten Skispringen noch Olympia-Gold. Das DSV-Team fühlt sich nach dem umstrittenen Abbruch um die Chance auf Bronze betrogen.
Sport Heute
17.02.2026, 07:28
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Gold für Österreich und viel Frust beim Nachbarn zum Abschluss der olympischen Skisprung-Bewerbe. Stephan Embacher und Jan Hörl holten im Super-Team von Predazzo die erste und einzige ÖSV-Medaille dieser Spiele. Während im rot-weiß-roten Lager gejubelt wurde, herrschte bei den Deutschen blanker Ärger.

Das dramatische Finale fiel nämlich dem Wetter zum Opfer.

Im Super-Team springen beide Athleten jeweils drei Mal, insgesamt gibt es sechs Sprünge pro Nation. Vor dem sechsten und letzten Durchgang setzte heftiger Schneefall ein, dazu kam starker Aufwind. Die Bedingungen wurden zunehmend schwierig.

Normalschanzen-Olympiasieger Philipp Raimund segelte als viertletzter Springer noch auf starke 136 Meter. Danach wären nur noch Norwegen, Polen und Österreich an der Reihe gewesen. Um 21.03 Uhr zog die Jury die Reißleine – Abbruch aus Sicherheitsgründen. Gewertet wurde damit der Stand nach zwei Durchgängen.

Österreich lag zu diesem Zeitpunkt klar voran, hatte mehr als 30 Punkten Vorsprung auf Deutschland. Polen war Zweiter, Norwegen Dritter. Das deutsche Duo mit Andreas Wellinger und Raimund rutschte mit nur 0,3 Punkten Rückstand auf Bronze auf Rang vier ab. Auf Silber fehlten knapp zehn Punkte.

Österreichs Medaillen-Helden

🥈Sabine Payer – Snowboard-RTL (Tag 2)

🥇Benjamin Karl – Snowboard-RTL (Tag 2)

🥈Jonas Müller – Rodel-Einsitzer (Tag 2)

🥈Manuel Feller / Vincent Kriechmayr – Ski-Kombi (Tag 3)

🥇Ariane Rädler / Katharina Huber – Ski-Kombi (Tag 4)

🥈Johannes Lamparter – Nordische Kombi, 10km (Tag 5)

🥉Selina Egle / Lara Kipp – Rodel-Doppelsitzer (Tag 5)

🥈Thomas Steu / Wolfgang Kindl – Rodel-Doppelsitzer (Tag 5)

🥉Cornelia Hütter – Super-G (Tag 6)

🥇Alessandro Hämmerle / Snowboard-Cross (Tag 6)

🥉Jakob Dusek – Snowboard-Cross (Tag 6)

🥈Lisa Schulte, Thomas Steu/Wolfgang Kindl, Jonas Müller, Selina Egle/Lara Kipp – Rodel-Teamstaffel (Tag 6)

🥇Janine Flock – Skeleton (Tag 8)

🥈Fabio Gstrein – Slalom (Tag 10)

🥇Jan Hörl / Stephan Embacher – Skispringen Super-Team (Tag 10)

Wut im DSV-Lager

Sportdirektor Horst Hüttel schimpfte: "Ich bin richtig sauer, weil es keiner von uns versteht." Besonders störte ihn, dass kurz nach dem Abbruch der Schneefall wieder aufgehört hatte. "Alle Wetter-Apps haben angezeigt, dass nach 10 Minuten der Schneefall aufhört." Er verstehe nicht, "dass man nicht so eine gewisse professionelle Besonnenheit hat, um diese zehn Minuten noch abzuwarten. Ich bin einfach wütend, dass man allen Beteiligten nicht die Chance gegeben hat, hier diesen Wettkampf zu Ende zu bringen."

Auf die Frage, ob er sich betrogen fühle, sagte Hüttel: "Betrogen weiß ich nicht. Ich glaube nicht, dass es vorsätzlich war. Das will ich keinem unterstellen. Es ist einfach schlecht gearbeitet. Miserabel, schlecht gearbeitet."

Auch Raimund war sichtlich aufgebracht: "Ich fühle mich nach heute nicht so happy. Ich bin sehr unglücklich. Jetzt, nachdem ich gesagt habe, dass eine 15-minütige Pause auch möglich gewesen wäre, realisiere ich, dass sie es auch einfach hätten machen können. Ich weiß nicht, was das Problem ist. Es kotzt mich ehrlich gesagt richtig an."

Trainer Stefan Horngacher meinte: "Es wäre nicht so schwer gewesen, hier schneller durchzufahren oder eine kurze Pause einzulegen und zu warten, bis der Schnee weg ist." Der Abbruch habe die "endgültige Chance" auf eine Medaille gekostet.

Hüttel kritisierte zudem, dass während der Beratungen kein Vorspringer die Spur freigehalten habe. "Es ist vollkommen klar, dass dann die Spur feucht wird." Bei einem normalen Weltcup müssten 12 Vorspringer bereitstehen, an diesem Abend sei laut Hüttel keiner oben gewesen. All das mache ihn "wütend".

FIS verteidigt Entscheidung

FIS-Renndirektor Sandro Pertile stellte sich hinter die Jury. "Nach dem Wettkampf ist es einfach zu sagen, man hätte warten sollen. Aber wir mussten eine Entscheidung treffen", sagte er. Und fügte hinzu: "Wir wissen alle, dass wir begrenzte TV-Zeit haben."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.02.2026, 14:15, 17.02.2026, 07:28
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