Unbequeme Fragen vom Ex-Boss

ÖSV-Ikone Schröcksnadel: "Was machen die Schweizer?"

Nach der mageren Olympia-Ausbeute der Alpin-Asse stellt Ex-ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel unbequeme Fragen.
Sport Heute
17.02.2026, 11:09
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Im Slalom holte Fabio Gstrein die Kastanien aus dem Feuer. Silber war die erste Einzel-Medaille der rot-weiß-roten Ski-Herren.

Trotzdem wirft die olympische Ergebniskrise bei Österreichs Ski-Assen Fragen auf. Vor allem in Sachen Technologie scheinen andere Nationen enteilt zu sein.

Italiener mit Anzug-Geheimnis

ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober meinte zuletzt im Interview mit der "Tiroler Tageszeitung": "Auch in der Technologie gibt es Luft nach oben." Im Ski-Zirkus kursieren Gerüchten, dass die erfolgreichen Italiener über neue Rennanzüge verfügen, die Schweizer ließen im Vorjahr mit Karbon-Einlagen und Socken aufhorchen.

Noch vor wenigen Jahren rühmte sich der Skiverband mit einer der umfassendsten Datenbanken im Ski-Zirkus. Gesundheitsdaten der Athleten, Verletzungen, Trainings, Wetteraufzeichnungen, Kantenpräparierung - alles wurde dokumentiert.

Ex-ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel betont in der "TT": "Ich habe die Entwicklungsabteilung 1992 gegründet, weil das für mich wichtig war."

Giger und Unterberger zu Hirscher

Gemeinsam mit dem ehemaligen ÖSV-Damen-Chef Raimund Berger und Biomechanik-Experte Werner Nachbaur von der Uni Innsbruck wurde schon damals am Gschwandtkopf an Details gefeilt, etwa am Einfluss der Sonneneinstrahlung. Laut Schröcksnadel sei man der Konkurrenz bis zum Ende seiner Amtszeit "weit voraus" gewesen.

Doch viel Know-how wanderte zuletzt ab. Der frühere Sportdirektor Toni Giger sowie Edi Unterberger, lange Jahre Schlüsselfigur bei Atomic und für Marcel Hirscher, Stephan Eberharter oder Hermann Maier tätig, wechselten zu Hirschers Ski-Firma Van Deer. Damit ging wertvolle Expertise verloren.

Förderung bis 2026

Auch die Finanzierung steht im Raum. Für Technologie-Entwicklung bekommt der ÖSV vom Bund 3 Millionen Euro pro Jahr, der Vertrag läuft noch bis 31. Dezember 2026 und soll im olympischen Zyklus mit einem Förderansuchen verlängert werden.

Zu den Aufgabenbereichen zählen Anzug, Windkanal, Schneekunde, Wachs und Ski-Entwicklung. Selbst eines der rar gesäten Tribometer zur Reibungsmessung steht in Innsbruck. Die Suche nach Innovationen führte unter anderem zum Karbon-Schuh von Manuel Fettner, mit dem dieser 2022 Olympia-Silber holte. Auch die Rodler oder der Bob- und Skeleton-Verband verdanken Medaillen dieser Bundes-Zuwendung.

Ein weiterer Kritikpunkt Stadlobers: "Wir sind vom Gutdünken der Seilbahnwirtschaft abhängig." Die Schweizer haben mit exklusiv nutzbaren Gletscher-Skigebieten Vorteile. Für temporäre Rennstrecken wie Mayrhofen erhält Österreich vom Bund 1,9 Mio. Euro pro Jahr.

Schröcksnadel bringt die aktuelle Stimmung auf den Punkt: "Ich frage mich, was die Schweizer machen. Früher fragten sich die Schweizer, was die Österreicher machen."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.02.2026, 17:00, 17.02.2026, 11:09
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